
Der TBV musste sich zum Start Magdeburg geschlagen geben. Foto: TBV Lemgo Lippe
Der TBV Lemgo Lippe musste sich zum Saisonauftakt der DAIKIN Handball-Bundesliga dem amtierenden Champions-League-Sieger SC Magdeburg geschlagen geben. In der Phoenix Contact-Arena unterlag die Mannschaft von TBV-Trainer Florian Kehrmann trotz großer kämpferischer Leistung am Ende klar mit 29:33 (9:14). Dabei liefen die Lipper schnell einem großen Rückstand hinterher.
Die Anfangsphase verlief für den TBV nicht wie erhofft: Die Startsieben mit Kastelic, Zehnder, Hutecek, Suton, Theilinger, Schagen und Willecke fand zunächst kein Durchkommen gegen das starke Abwehrbollwerk des SC Magdeburg. Nach einem 0:3-Rückstand in der dritten Minute blieb ein Anspiel an den Kreisläufer Willecke zunächst erfolglos, und ein Versuch von Hutecek traf nur das Außennetz. Die Stimmung in der Halle war jedoch von Beginn an elektrisierend; beide Fanlager sorgten für beste Atmosphäre zum Saisonstart.
Schon in der siebten Minute war Trainer Kehrmann gezwungen, eine Auszeit zu nehmen (7., 0:5). Diese zeigte seine Wirkung: Nach neun torlosen Minuten gelang Willecke die Erlösung mit seinem ersten Pflichtspieltor für den TBV zum 1:6 (9. Minute). Eine zusätzliche Zweiminuten-Strafe gegen Magnus Saugstrup sorgte für Hoffnung auf eine Wende, doch Magnusson nutzte prompt eine Lücke zum 1:7 (10.). Der TBV kämpfte sich danach zurück ins Spiel. Torwart Kastelic zeigte erste starke Paraden, und der SC Magdeburg zeigte erstmals Nerven – ein Außenwurf von Tim Hornke landete deutlich über dem Tor (3:7, 15.). Doch SC-Torhüter Sergey Hernández machte den Lemgoern das Leben schwer und spielte sich früh in die Köpfe der TBV-Spieler. So scheiterte Joel Willecke nach einem starken Anspiel erneut frei (15. Minute, 3:7).
In der Folge war der TBV spielerisch überlegen, konnte seine Chancen in dieser Phase jedoch nicht in Tore ummünzen und verpasste mehrere beste Möglichkeiten für die Aufholjagd. Gäste-Keeper Hernández avancierte mit sechs Paraden (50% Wurfquote) zum entscheidenden Faktor, darunter ein Siebenmeter-Parade gegen Zehnder (23. Minute). Magnusson zeigte auf der Gegenseite mit einem präzisen Unterarmwurf, wie es geht (6:12, 25.) – und sollte am Ende des Abends auf starke 15 Tore kommen. Bis zur Pause konnte Lemgo den Rückstand beim Stand von 9:14 nur etwas verkürzen.
Trainer Kehrmann reagierte zum Start der zweiten Halbzeit mit einem Torwartwechsel, brachte Möstl ins Tor. Doch die Wurfquote blieb zunächst ein Problem: Lemgo traf zu diesem Zeitpunkt nur 50% seiner Abschlüsse, während der SC Magdeburg 76% verwertete. 35 Minuten waren gespielt, als der Rückstand auf 11:18 anwuchs. Im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs machte sich der TBV das Leben immer wieder selbst schwer. Wann immer sich die Chance bot, zu verkürzen, führte zu hektisches Spiel zu vergebenen Chancen. So scheiterte Samuel Zehnder erneut mit einem Siebenmeter an Mandic (45. Minute, 16:21).
Doch die Fans schöpften neuen Mut, als Möstl mit einer starken Parade glänzte. Carstensen und Versteijnen brachten den TBV auf 18:21 (46. Minute) heran. Im Sieben-gegen-Sechs agierte der TBV nun deutlich effektiver, doch die Zeit lief davon. Gisli Kristjansson suchte auf der Gegenseite immer wieder den Weg im 1 gegen 1 und erzielte erfolgreich wichtige Treffer, stellte in der 51. Minute auf 21:25. Mit einem Lauf auf 21:28 begrub der SC Magdeburg alle Hoffnungen des TBV. Am Ende stand eine verdiente 29:33-Niederlage gegen einen hochklassigen Gegner zu Buche. Trotz allem zeigte der TBV Lemgo Lippe eine kämpferische Leistung und erhielt starken Rückhalt von den 4.307 Fans in der Phoenix Contact-Arena. Beste Werfer waren mit je sechs Treffern Hutecek und Versteijnen. Nun gilt der Fokus den kommenden Spielen, bei denen die Mannschaft weiter auf die ersten Punkte der Saison hofft. Bereits am Donnerstag (4.9., 19:00 Uhr) ist der TBV auswärts in Leipzig gefordert, am Sonntag (7.9., 16:30 Uhr) empfangen die Lipper dann den VfL Gummersbach in der Phoenix Contact-Arena.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir haben bereits in der Vorbereitung gegen sie gespielt und wissen, dass sie im Abwehrbereich mit Jönsson einen Spieler dazugewinnen konnten, der ihnen mehr Flexibilität gibt und sie körperlich noch stärker macht. In den ersten Minuten waren wir vielleicht etwas zu leidenschaftlich, haben zu sehr den Kampf gesucht und den Ball nicht flüssig laufen lassen. Saugstrup und Jönsson haben uns in dieser Phase immer wieder gut gestellt. Obwohl wir dann bessere Lösungen gefunden haben, haben wir ein, zwei freie Chancen nicht genutzt und auch Siebenmeter vergeben. Dennoch sind wir ins Spiel gekommen und zur Halbzeit nur mit fünf Toren Rückstand gewesen.
Auch in der zweiten Hälfte haben wir viele Dinge gut gemacht, besonders in der Abwehr waren wir sehr engagiert und konnten sie oft vor Probleme stellen. Gegen eine Topmannschaft wie Magdeburg muss aber einfach alles passen. Wir haben zwei Siebenmeter und drei oder vier freie Bälle vom Kreis verworfen, für die wir uns gute Chancen erarbeitet hatten. Letztlich war der SC Magdeburg zu stark und hervorragend besetzt. Besonders Magnusson hat heute einen individuellen Unterschied gemacht, mit vielen Toren und indem er Räume für seine Mitspieler geschaffen hat. Das war eine herausragende Leistung zum Saisonauftakt. Wir gratulieren dem SC Magdeburg und sind sicher, dass sie noch viele Auswärtsspiele gewinnen werden. Wir richten nun unseren Fokus auf Leipzig und danach auf Gummersbach. In dieser englischen Woche, mit Spielen am Donnerstag und Sonntag, werden wir alles geben für das erste Auswärtsspiel in Leipzig, wo wir die ersten Punkte holen wollen.“
Tore für den TBV Lemgo Lippe: Möstl (7 Paraden), Kastelic (4 Paraden); Hutecek (6), Theilinger, Zehnder (3), Simak, Schagen (3), Carstensen (5), Nyfjäll (2), Suton (3), Willecke (2), Versteijnen (6), Wagner (1), Faust
Tore für den SC Magdeburg: Hernández Ferrer (13 Paraden, 1 Tor), Mandic (1 Parade); Claar (3), Zechel (1), Kristjansson (5), Pettersson, Magnusson (15), Hornke (2), Jonsson, Weber, Lagergren, Mertens (2), Saugstrup (5), O’Sullivan, Barthold, Bergendahl
Pressemeldung: TBV