
Foto: privat
Projektchor, Band und Pfarrer Horst-Dieter Mellies verbanden die großen Erfolge der schwedischen Popgruppe mit Gedanken über das Leben und den Glauben. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher sangen begeistert mit.
Die Musik von Abba begeistert seit Jahrzehnten Menschen aller Generationen. Wie gut sich die bekannten Melodien auch mit Fragen des Glaubens und des Lebens verbinden lassen, zeigte der Abba-Gottesdienst in der voll besetzten Kirche in Lüdenhausen. Das besondere Musikprojekt der Kirchengemeinde lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und sorgte für einen ebenso lebendigen wie nachdenklichen Gottesdienst.
Im Mittelpunkt standen Lieder aus dem Erfolgsalbum „Abba Gold“. Titel wie „Dancing Queen“, „Mamma Mia“, „The Winner Takes It All“, „I Have a Dream“, „Waterloo“ und „Thank You for the Music“ bildeten den musikalischen Rahmen. Pfarrer Horst-Dieter Mellies ergänzte die Songs mit passenden Gedanken zur heutigen Zeit. Dabei zeigte sich, dass die Texte der schwedischen Popgruppe weit mehr enthalten als eingängige Melodien. Sie erzählen von Liebe und Trennung, von Hoffnungen und Enttäuschungen, von Siegen und Niederlagen sowie von der Suche nach einem erfüllten Leben.
Für das Projekt war in der Woche zuvor ein Chor entstanden, der bis zum Gottesdienst auf knapp dreißig Sängerinnen und Sänger angewachsen war. Mit großer Freude und sichtbarer Begeisterung präsentierte der Projektchor die bekannten Titel. Die intensive Vorbereitung unter der Leitung von Johannes Neugebauer machte sich bemerkbar: Kraftvolle Refrains und ruhigere Passagen wechselten sich ab und ließen die besondere Atmosphäre der Lieder zur Geltung kommen.
Getragen wurde der Chor von einer erfahrenen Band. Holger Spierig an der Gitarre, Reiner Jaworski am Bass, Rüdiger Hainke am Schlagzeug und Johannes Neugebauer am Klavier sorgten für den passenden Abba-Klang. Als Frontfrau überzeugte Yvonne Fischer mit einer ausdrucksstarken Stimme und einer lebendigen Bühnenpräsenz. Gemeinsam gelang es den Musikerinnen und Musikern, den unverwechselbaren Stil der schwedischen Popgruppe in den Kirchenraum zu bringen.
Die Besucherinnen und Besucher waren dabei nicht nur zum Zuhören eingeladen. Die Liedtexte wurden mit einem Beamer gut sichtbar in den Kirchenraum übertragen, sodass viele bei den bekannten Refrains mitsingen konnten. Besonders bei den großen Abba-Erfolgen wurde deutlich, wie vertraut die Melodien auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung geblieben sind. Immer wieder sprang die Begeisterung des Chores und der Band auf die Gemeinde über.
Zwischen den Liedern schlug Pfarrer Mellies den Bogen von der Popmusik zu den Erfahrungen der Menschen. Die Gedanken zu den einzelnen Titeln griffen Themen auf, die auch im Alltag und im Glauben eine Rolle spielen: die Sehnsucht nach Glück, den Umgang mit Niederlagen, die Hoffnung auf einen Neuanfang und die Dankbarkeit für Menschen, Musik und gemeinsame Erlebnisse. Dadurch entstand kein gewöhnliches Konzert, sondern ein Gottesdienst, in dem Musik und Verkündigung eng miteinander verbunden waren.
Nach dem musikalischen Abschluss endete die Gemeinschaft nicht an der Kirchentür. Bei Bratwurst, Getränken und einem Mitbring-Buffet blieben viele Gäste noch zusammen. In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, wie gut das ungewöhnliche Gottesdienstformat angekommen war. Der Abend zeigte, dass bekannte Popmusik Menschen zusammenführen und zugleich Raum für persönliche und geistliche Gedanken eröffnen kann. In diesem Jahr sind in Lüdenhausen noch zwei weitere Pop-Gottesdienste geplant.
















