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Im Jahr 2024 sind 63.151 Menschen aus Nordrhein-Westfalen aufgrund der Folgen übermäßigen Alkoholkonsums vollstationär im Krankenhaus behandelt worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 1,4 % weniger als ein Jahr zuvor. Zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatte es einen deutlichen Rückgang der Fallzahlen um 12,9 % gegenüber dem Vorjahr gegeben. Seitdem gingen die alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen um weitere 5,1 % zurück. Im Jahr 2014 wurden noch 37,1 % mehr Menschen mit diesen Diagnosen vollstationär behandelt. Gegenüber 2004 verringerten sich die Fallzahlen um 13,9 %.
Häufigste Diagnose: „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol”
In 82,6 % der Fälle und damit am häufigsten wurden bei den alkoholbedingten Behandlungsfällen des Jahres 2024 Diagnosen des Bereichs „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol”, wie beispielsweise Abhängigkeit, akute Intoxikation (Alkoholvergiftung) oder Entzug festgestellt. Weitere 16,7 % der Patientinnen und Patienten wurden wegen alkoholbedingter Schäden am Verdauungssystem (Leber, Magen oder Bauchspeicheldrüse) behandelt.
Männer deutlich häufiger in stationärer Behandlung als Frauen
Mit 47,1 % war fast die Hälfte der 2024 wegen übermäßigen Alkoholkonsums vollstationär Behandelten 35 bis 54 Jahre alt. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten bzw. 34,0 % gehörte der Altersgruppe der 55- bis unter 75-Jährigen an. 18- bis 34-Jährige stellten 14,2 % der alkoholbedingten Behandlungsfälle. Mit einem Anteil von 72,6 % wurden Männer deutlich häufiger aufgrund ihres Alkoholkonsums stationär behandelt als Frauen.
Alkoholbedingte Sterberate 6,4 % niedriger als vor zehn Jahren
2.693 Menschen starben im Jahr 2024 in Nordrhein-Westfalen an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums, davon waren 72,7 % Männer. Die geringste Fallzahl seit 2020 hatte es im Jahr 2021 mit 2.316 Sterbefällen gegeben; damals waren 16,3 % weniger Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums gestorben als 2024.
Die alkoholbedingten Sterbefälle machten 1,2 % aller Sterbefälle mit Wohnsitz in NRW aus. Umgerechnet starben rund 15 Personen je 100.000 Einwohnerinnen- und Einwohner an Alkohol. Damit war die alkoholbedingte Sterberate 2024 um 4,2 % niedriger als ein Jahr zuvor und um 6,4 % niedriger als vor zehn Jahren. Im Vergleich zum Jahr 2004 lag die alkoholbedingte Sterberate um 3 % niedriger.
Durchschnittliches Sterbealter aufgrund von Alkohol 16,2 Jahre niedriger
Mit 53,0 % war gut die Hälfte der alkoholbedingten Todesfälle 2024 auf alkoholbedingte Schäden am Verdauungssystem (Leber, Magen oder Bauchspeicheldrüse) zurückzuführen. Bei weiteren 43,5 % waren Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol ursächlich für den Tod. Das durchschnittliche Sterbealter der aufgrund von Alkohol Gestorbenen war mit 63,3 Jahren um rund 16,2 Jahre niedriger als das Durchschnittsalter aller Gestorbenen.
Hinweise zur Statistik
Bei der Krankenhausdiagnosestatistik handelt es sich um eine jährliche Vollerhebung von Patientinnen und Patienten, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung eines Krankenhauses entlassen wurden. Sie liefert Erkenntnisse über die Hauptdiagnose, Behandlungsdauer und -ort, sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der behandelten Person. Es werden hier alle vollstationären Behandlungsfälle von Personen mit Wohnsitz in NRW – ungeachtet des Behandlungsortes – ausgewertet.
Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass die Klassifizierung der Diagnosen und Todesursachen nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) erfolgt. Zu den alkoholbedingen Sterbe- und Behandlungsfällen wurden folgende Krankheiten bzw. Todesursachen gezählt: Alkoholinduziertes Pseudo-Cushing-Syndrom, Niazinmangel (Pellagra), psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Degeneration des Nervensystems durch Alkohol, Alkohol-Polyneuropathie, Alkoholmyopathie, alkoholische Kardiomyopathie, Alkoholgastritis, alkoholische Leberkrankheit, alkoholinduzierte akute Pankreatitis, alkoholinduzierte chronische Pankreatitis, Betreuung der Mutter bei (Verdacht auf) Schädigung des Fetus durch Alkohol, Schädigung des Fetus und Neugeborenen durch Alkoholkonsum der Mutter, Alkohol-Embryopathie (mit Dysmorphien), Nachweis von Alkohol im Blut, toxische Wirkung: Äthanol, toxische Wirkung: Alkohol, nicht näher bezeichnet.
Die hier dargestellten Ergebnisse aus der Todesursachenstatistik basieren auf den von den Gesundheitsämtern übermittelten Todesbescheinigungen. Die Erhebung liefert Angaben zu den Todesursachen sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der verstorbenen Person. Für die Todesursachenstatistik ist laut Regelwerk der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Grundleiden die auszuzählende Todesursache. Die Zuordnung der Todesursachen in der Todesursachenstatistik basiert ausschließlich auf den Angaben der die Leichenschau durchführenden und den Tod bescheinigenden Ärztinnen und Ärzte in den ausgestellten Todesbescheinigungen. Diese werden in einem elektronischen Kodiersystem erfasst, welches dann das Grundleiden nach dem Regelwerk zur ICD-10-WHO ermittelt.
Bei den vorliegenden Daten zu den Todesursachen handelt es sich um eine nachweisbare Untergrenze. Später bekannt gewordene Informationen zur Todesursache können oftmals nicht mehr in die Statistik einfließen. Im Jahr 2024 wurde für 1,0 % der Sterbefälle keine Todesbescheinigung an das Landesamt übermittelt. Diese Fälle wurden den ungenau oder nicht näher bezeichneten Todesursachen (ICD-Kapitel R00–R99) zugeordnet. Insgesamt entfielen 5,7 % der Todesfälle auf diese Rubrik. Im Vergleich zum Jahr 2023 konnten 2024 mehr Todesbescheinigungen erfasst und aussagekräftigen ICD-Kapiteln zugeordnet werden. (IT.NRW)















