
Bild von Tiyo Prasetyo auf Pixabay
Im Jahr 2024 wurden 246.012 Menschen aus Nordrhein-Westfalen wegen psychischer und Verhaltensstörungen vollstationär im Krankenhaus behandelt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Zahl dieser Behandlungsfälle damit um 2,1 % höher als im Vorjahr, lag aber immer noch knapp 15 % niedriger als 10 Jahre zuvor Die Zahl der Behandlungen ist seit ihrem vorläufigen Höhepunkt mit 288.892 Fällen im Jahr 2014 bis 2020 stetig zurückgegangen. Im Pandemiejahr 2020 fiel die Zahl der Behandlungen um 11,7 % auf 237.452
Behandlungsfälle. Seither ist ein leichter Anstieg der Krankenhausbehandlungen aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen zu verzeichnen.
Anteil der Frauen nahezu auf Vorjahresniveau
Der Anteil der im Jahr 2024 in Krankenhäusern behandelten Frauen mit der Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen” betrug rund 47 % und ist damit in etwa auf Vorjahresniveau. Fast ein Drittel der Behandelten war zwischen 40 und 59 Jahre alt. In der Altersgruppe der unter 20-Jährigen fanden etwa 12 % der Behandlungen statt.
Die meisten Behandlungen entfielen auf Störungen durch psychotrope Substanzen, z. B. Alkohol
Das Spektrum der Krankheitsbilder, die diesem Diagnosebereich zuzuordnen sind, ist vielfältig. Die meisten Behandlungen entfielen 2024 mit 79.391 Fällen auf Störungen durch psychotrope Substanzen – darunter 52.180 Fälle psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol. Darauf folgten mit 68.720 Fällen sogenannte affektive Störungen, zu denen überwiegend depressive Episoden und rezidivierende depressive Störungen gehören. Von Störungen aufgrund psychotroper Substanzen waren zu knapp drei Viertel Männer betroffen, affektive Störungen wurden mehrheitlich bei Frauen behandelt. Diese beiden Krankheitsgruppen machten rund 60 % aller Behandlung im Diagnosebereich „psychische und Verhaltensstörungen“ aus.
Höchste Behandlungsrate in Remscheid, niedrigste im Kreis Herford
Der Anteil der aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten an der Bevölkerung lag 2024 im Landesdurchschnitt bei 1.365 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Von den kreisfreien Städten und Kreisen hatte Remscheid mit 2.244 die höchste Behandlungsrate, gefolgt von Bielefeld mit 1.926 und Herne mit 1.856 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die niedrigsten Raten gab es mit 993 im Kreis Herford, gefolgt vom Rhein-Sieg-Kreis mit 1.027 und dem Rhein-Erft-Kreis mit 1.028.
Hinweise zur Statistik
Bei der Krankenhausdiagnosestatistik handelt es sich um eine jährliche Vollerhebung von Patienten und Patientinnen, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung eines Krankenhauses entlassen wurden. Sie liefert Erkenntnisse über die Hauptdiagnose, Behandlungsdauer und -ort, sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der behandelten Person. Als Behandlungsfall werden hier die vollstationären Behandlungsfälle ausgewertet, bei denen eine Hauptdiagnose mit dem ICD-10-GM-Kode F00-F99 (Psychische und Verhaltensstörungen) kodiert wurden. ICD steht für „International
Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, zu Deutsch und vereinfacht: „Internationale Klassifikation der Krankheiten“. Es werden hier alle vollstationären Behandlungsfälle von Personen mit Wohnsitz in NRW – ungeachtet des Behandlungsortes – ausgewertet. (IT.NRW)
















