
V. l.: Umschüler Daniel Amedick (am PC); Ausbilder Luis Beckmann; Berufsberater für Erwachsene Markus Specker; Senior-Adviser Günter Ruberg. Foto: Tanja Liebke, Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn
Oder vom ewigen Lehramtsstudenten zum bundesweit gefragten Geomatiker
Rund 30 Semester sind es gewesen, die Daniel Amedick mit Unterbrechungen Lehramt studiert hat. Der gebürtiger Paderborner hatte Lehrer für Mathematik und Geschichte werden wollen, doch immer wieder stellten sich Zweifel ein. Und Geld wollte auch verdient werden, weshalb der heute 42-Jährige eine sozialversicherungspflichtige Arbeit für einen Getränkelieferanten aufgenommen hatte. „Auf Dauer konnte es so nicht weitergehen“, erinnert sich Amedick, der inzwischen bundesweit im Einsatz ist: als Dozent, der in der Erwachsenenbildung die Grundlagen und Finessen von Geoinformationssystemen (GIS) vermittelt. „Endlich bin ich angekommen und kann meine Begeisterung für die Weiterbildung mit hoher Fachlichkeit kombinieren. Und plötzlich macht beruflich alles Sinn.“ Was im Nachhinein wie eine perfekte Erfolgsgeschichte klingt, ließ sich zunächst nicht so viel versprechend an. Welches „Geheimnis“ steckt also hinter dem Werdegang des Paderborners?
Wenig Geheimnisvolles, sondern jede Menge Engagement und gute Fügung! Amedick erläutert: „Für mich war es ein absoluter Glücksfall, Markus Specker kennengelernt zu haben!“ Markus Specker ist Berufsberater für Erwachsene der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn und führte mit dem Paderborner ein Erstgespräch im Januar 2023. Die Kernfrage: Welche beruflichen Optionen und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Specker: „Wir überlegten in drei Säulen: Das Studium doch noch abzuschließen, die Möglichkeiten eines Quereinstieges auszuloten oder in eine Umschulung mit Perspektive zu investieren.“
Der sportbegeisterte Amedick, der in seiner Freizeit viel mit dem Fahrrad in den Wäldern oder in Bikerparks unterwegs ist, nahm die Herausforderung mit Elan an: Zunächst absolvierte er einen äußerst wirkungsvollen Berufsfindungstest (www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt), und – welch Überraschung – fand heraus, dass er als Lehrer und Geomatiker bestens geeignet sei. Doch was macht ein Geomatiker überhaupt? Das Programm ‚Berufenet‘ der Arbeitsagentur gibt hierzu umfassende Informationen: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/77494.
„Was ich da gelesen und gesehen hatte, sprach mich sofort an“, so der Paderborner, der umgehend die nächsten Schritte mit Berufsberater Specker einleitete: Aufgrund der Tätigkeit im Getränkemarkt war Amedick vollumfänglich förderfähig für eine zweijährige Umschulung. Die Ergebnisse einer Testung zeigten, dass Amedick nicht nur hochmotiviert war, die Umschulung erfolgreich umzusetzen, sondern dass er auch alle Fähigkeiten hierfür mitbrachte.
Luis Beckmann, sein Ausbilder, der aktuell in der Projektleitung tätig ist, betont: „Bei der Geomatik geht es um die Beschaffung und Verarbeitung von Geodaten. Dafür braucht es unbedingt eine Affinität für Computerarbeit, Lust auf neue komplexe Software, Kenntnisse in und Begeisterung für Mathematik, und die Fähigkeit, räumlich komplex denken zu können.“ Amedick augenzwinkernd : „Das passte wie die Faust aufs Auge!“
Es fehlte also nur noch ein Ausbildungsbetrieb, der wiederum schnell gefunden war: Die 1978 gegründete Mettenmeier GmbH, ein IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Paderborn, das derzeit rund 150 Mitarbeitende beschäftigt. Geomatik spielt im Unternehmen eine entscheidende Rolle, vor allem in den Versorgungsbereichen von Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Glasfaser.
Mettenmeier-Senior-Adviser Günter Ruberg lernte Amedick kennen, stellte ihn kurzfristig ein und so erfolgte die zweijährige Verbundumschulung (Kooperation mit dem Vermessungsbüro Tobias Schmidt – Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur aus Paderborn) von August 2023 bis Juni 2025. Normalerweise dauert eine Ausbildung als Geomatiker drei Jahre, so dass der Paderborner den Beruf in zwei Jahren erlernen musste, „was durchaus machbar war“, so das Fazit von Umschüler und Arbeitgeber gleichermaßen.
Ruberg: „Wir bilden nicht für den Arbeitsmarkt, sondern für uns aus, deshalb achten wir darauf, unseren Mitarbeitenden während der Arbeitszeit auch Gelegenheiten für das eigene Lernen und Weiterbilden zu schaffen. Das ist ganz einfach eine Win-Win-Situation für beide Seiten!“ Was für Berufsberater Specker noch hervorragend gelaufen ist, „ist der nahtlose Übergang zwischen Umschulung und Festanstellung. Das ist ja für alle Beteiligten das Kernanliegen!“
Und so sieht der Arbeitstag von Daniel Amedick, der in seiner Freizeit übrigens leidenschaftlich Turnschuhe sammelt – mehr 200 sind es mittlerweile – aus: „Ich schule Fachkräfte darin, die Versorgungsnetze zu digitalisieren, zum Beispiel für Stadtwerke, vor Ort in Paderborn und bundesweit!“ Sagt es, und tritt sogleich seine nächste Dienstreise an: diesmal nach Regensburg… Termine bei der Berufsberatung lassen sich jederzeit online vereinbaren unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/detmold-paderborn/beruflichezukunft
Pressemeldung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn















