Anfang Januar verkündete Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW, die Nominierten für den Engagementpreis 2026. Der Preis steht unter dem Motto „Begegnen. Bewegen. Verbinden. – Gemeinsam aus der Einsamkeit“. Die Landesregierung lobt ihn jährlich in Kooperation mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege aus.
Mit zahlreichen Projekten haben sich Vereine, Initiativen, Verbände und Stiftungen, gGmbHs sowie öffentliche Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen bis zum Einsendeschluss Ende September 2025 beworben. Jeden Monat wird ein nominiertes Projekt vorgestellt. Im April sind nun die „Wunschgroßeltern“ an der Reihe – ein Projekt von SPROSS (Service Pro Stärkung und Schutz), einer Kooperation der DRK-Jugendhilfe und Familienförderung in Lippe und dem Kreis Lippe.
2017 wurde das Wunschgroßeltern-Projekt ins Leben gerufen. Es entstand aus dem Bedürfnis heraus, Familien zu unterstützen und auf der anderen Seite engagierten Senior*innen eine Chance auf Familienzugehörigkeit zu geben, die sie sonst nicht hätten. Hierbei profitieren alle Seiten: Die Familien schätzen die Lebenserfahrung und den Rückhalt durch die Wunschgroßeltern, die Kinder genießen die Zeit und Aufmerksamkeit. Viele Familien wünschen sich einen freundschaftlichen Kontakt zu älteren Menschen, die Spaß am Umgang mit Kindern haben, aber oftmals leben Oma und Opa weit weg. Die Wunschgroßeltern selbst begleiten die Familien und bauen eine dauerhafte Bindung auf. Ihnen bringt der Kontakt zu Kindern neue Erfahrungen, Anerkennung und nicht zuletzt – Freude.
„Dieses Ehrenamt hat mein Leben so sehr bereichert,“ bestätigt Ulrike Lükermann. Sie ist seit 2025 als Wunschgroßmutter in „ihrer“ Familie in Detmold und hat seitdem eine intensive Bindung aufgebaut. Die Familie und die Ehrenamtliche sehen sich in der Regel ein bis zwei Mal pro Woche, auch gerne am Wochenende, um gemeinsame Unternehmungen oder Ausflüge zu machen. So war Ulrike Lükermann zum Beispiel mit der ältesten Tochter im Theater oder mit der ganzen Familie im Vogelpark. „Ich habe einfach den Wunsch, dass noch viel mehr Menschen Wunschgroßeltern werden,“ erzählt Lükermann begeistert.
Immerhin 30 Wunschgroßeltern haben seit Gründung des Projekts ihre Familien gefunden. Dabei wurden sie anfänglich intensiv von den Projektträgern auf ihre Aufgabe vorbereitet. Zunächst stand ein persönlicher Besuch an. In diesem Erstgespräch wurde geklärt, ob die Rahmenbedingungen auf beiden Seiten passen. Ein erweitertes Führungszeugnis musste selbstverständlich auch vorgelegt werden. Vorträge zum Thema Versicherung im Ehrenamt sowie zu Kinderrechten & Kinderschutz gehören ebenso zum Service für die Ehrenamtlichen wie regelmäßige Treffen der Wunschgroßeltern zum gemeinsamen Austausch.
„Die Nominierung für den Engagementpreis ist ein großer Erfolg“, freuen sich Alexandra Krutsch und Lara Ostermann vom SPROSS-Team über die Bekanntgabe. Die Nominierten erhalten als Zeichen der Anerkennung und zum Dank jeweils 1.000 Euro. Vier der nominierten Projekte dürfen Ende des Jahres dann auf den Engagementpreis hoffen, der mit weiteren 5.000 Euro dotiert ist.
Pressemeldung und Foto: DRK
















