
„Stimmt so!“ – Das Trinkgeld darf auch gern mal etwas üppiger ausfallen, so die Gewerkschaft NGG Ostwestfalen-Lippe. „Denn wer in der Gastronomie arbeitet, der kann’s auch gebrauchen. Und für ein gut gemachtes Essen, für prompt und freundlich servierte Getränke sollte auch gutes Trinkgeld drin sein“, sagt Thorsten Kleile von der Gastro- Gewerkschaft. Foto: NGG | Tobias Seifert
NGG rät: „Wer Trinkgeld gibt, sollte beim Personal ruhig mal nachfragen“
„Der Rest ist für Sie!“ – Ein Satz, den jeder Kellner im Restaurant oder Biergarten im Kreis Lippe gerne hört. „Denn Trinkgeld kommt immer gut an. Vor allem, wenn es bei dem ‚Rest‘ nicht nur um 20 oder 50 Cent geht“, sagt Thorsten Kleile von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Zum „Welt-Trinkgeld-Tag“ am kommenden Donnerstag, den 21. Mai, appelliert die Gastro-Gewerkschaft, beim Trinkgeld „nicht zu knausrig zu sein“. Immerhin gibt es nach Angaben der NGG Ostwestfalen-Lippe im Kreis Lippe rund 4.930 Beschäftigte in Biergärten, Gaststätten, Restaurants und Hotels, für die das Trinkgeld ein wichtiger „Portemonnaie-Füller“ ist.
Feste „Tarife für den Tip“ gebe es allerdings nicht. Trotzdem gelte die Faustregel: „10 Prozent von dem Betrag, der auf der Rechnung steht, sind üblich. 15 Prozent dürfen es aber auch sein. Denn Trinkgeld ist für alle Kellnerinnen und Köche im Kreis Lippe wichtig. Immerhin verdienen sie nicht wirklich üppig“, so Thorsten Kleile. Etwas sparsam blickt der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe auf Gäste, die ihr Portemonnaie lieber zuhalten: „Klar, Pfennigfuchser gibt es auch. Die sind dann mit 5 Prozent dabei. Und oft genug geben echte Geizkragen auch gar nichts – leider.“
Wichtig ist der Gastronomie-Gewerkschaft, dass es das Trinkgeld zusätzlich zum Lohn gibt. „Als Bonus für prompten und freundlichen Service und für professionell und lecker gemachtes Essen. Trinkgeld ist Wertschätzung“, so Kleile. Die NGG Ostwestfalen-Lippe zeigt deshalb auch allen Gastronomen die Rote Karte, die das Trinkgeld mit dem Lohn verrechnen wollen: „Das ist absolut tabu. Denn Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip“, macht Thorsten Kleile deutlich. Gängige Praxis sei, dass das Trinkgeld im Team gerecht geteilt werde. „Auch Küchenhilfen und Minijobber, die im Biergarten aushelfen, sollten nicht leer ausgehen“, so der NGG-Geschäftsführer.
Er rät Gästen, beim Trinkgeld auch nachzufragen. Vor allem bei Kartenzahlung. „Gerade dann sollte man sich beim Personal erkundigen, ob das eingezogene Trinkgeld auch tatsächlich beim Service und in der Küche ankommt“, sagt Thorsten Kleile. Insgesamt sieht er dabei Kartenlesegeräte, die das Trinkgeld schon auf dem Display vorschlagen, kritisch: „Es gibt die Auswahl zwischen 5, 10, 15 und manchmal sogar 20 Prozent. Davon sind viele Gäste genervt oder sogar überfordert. Sie drücken dann oft die ‚Kein Trinkgeld‘-Taste.“ Das wiederum habe weder eine gute Küche noch ein guter Service verdient.
Besonders häufig würden Gäste von Fast-Food-Restaurants in den „Trinkgeld-Sparmodus“ schalten: „Rund um Burger, Pizza, Pommes, Hotdog, Chicken Wings, Döner, Currywurst & Co. fällt extrem wenig Trinkgeld fürs Personal ab. Dabei werden gerade die Beschäftigten dort oft alles andere als gut bezahlt“, so Thorsten Kleile. Der Geschäftsführer der Gastro-Gewerkschaft macht allerdings deutlich: „Trinkgeld hat null Einfluss auf die Rente. Daher lieber Lohn rauf: Am Tariflohn führt schon deshalb kein Weg vorbei.“
Und beim Lohn soll sich für die Beschäftigten schon bald etwas tun: Die NGG will ein Plus von 6 Prozent erreichen. „Das ist genau die Hälfte von dem, was die Gastronomen durch die Reduzierung der Mehrwertsteuer – von 19 auf 7 Prozent – seit Jahresbeginn mehr für sich in der Kasse haben. Und genau diese Hälfte muss den Gastro-Beschäftigten gehören: den Köchen und Kellnern genauso wie den Rezeptionistinnen, Barkeepern und Azubis“, sagt Thorsten Kleile. Dafür werde sich die NGG bei der nächsten Tarifverhandlung mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Mitte Juni stark machen.
Pressemeldung: NGG
















