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So musikalisch ist NRW – Daten und Fakten zum Thema Musik

von | Juni 20, 2026 | Kunterbunt

Bild von Valéria Rodrigues Valéria auf Pixabay

Mehr Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Musikschulen – aber weniger Musikstudierende und abhängig Beschäftigte in der Musikwirtschaft: Anlässlich der Fête de la Musique am 21. Juni 2026 wirft Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis amtlicher und externer Datenquellen einen Blick auf Zahlen und Entwicklungen rund um das Thema Musik. Seit mehr als 40 Jahren wird die Fête de la Musique weltweit gefeiert. Von Großstädten bis zu ländlichen Regionen werden Menschen bei kleinen Straßenkonzerten bis hin zu großen Bühnenshows zusammengebracht und können Musik kostenfrei und öffentlich erleben. In Nordrhein-Westfalen findet die Fête de la Musique u. a. in Aachen und Essen statt.

Wer Musik hört, tut dies durchschnittlich mehr als eine Stunde pro Tag

In der NRW-Bevölkerung ab 10 Jahren spielt Musik im täglichen Leben eine Rolle: Menschen, die laut eigener Angabe Radio, Musik oder andere Tonaufnahmen hörten, taten dies laut Zeitverwendungserhebung 2022 täglich etwa 1 Stunde und 5 Minuten. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren, konkret 36 %, hatte 2025 laut der europäischen Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten in den letzten 3 Monaten Abonnements für Musik-Streaming-Dienste, die sie selbst bezahlten. Dabei gab es jedoch Altersunterschiede. Während bei den 16- bis 44-Jährigen mit einem Anteil von 48 % etwa die Hälfte ein solches Abonnement hatte, lag der Anteil bei den 45- bis 74-Jährigen nur bei 24 %.

Knapp zwei Drittel der Musikschülerinnen und Musikschüler waren zwischen 6 und 14 Jahre alt

Besonders für junge Menschen hat das eigene Musizieren einen Stellenwert: An den 161 öffentlichen Musikschulen in Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2023 rund 375.000 Musikschülerinnen und Musikschüler angemeldet, um in den verschiedenen Musikinstrumenten unterrichtet zu werden. Dies geht aus Zahlen des Verbandes deutscher Musikschulen hervor. Die Zahl der Musikschülerinnen und Musikschüler war um 14,6 % höher als im Jahr 2014. Fast zwei Drittel der Musikschülerinnen und Musikschüler waren zwischen 6 und 14 Jahren alt.

Instrumentalmusik im Studienbereich Musik, Musikwissenschaft am häufigsten studiert

Dagegen nahm in den letzten Jahren die Zahl der Personen ab, die eine professionelle musikalische Ausbildung anstrebten: Knapp 4.900 Studierende waren im Wintersemester 2024/25 im Studienbereich Musik, Musikwissenschaft eingeschrieben. Das waren 10 % weniger als im Wintersemester 2015/16. Das Geschlechterverhältnis war im Wintersemester 2024/25 mit 50,6 % Frauen und 49,4 % Männern nahezu ausgeglichen. Bei der Betrachtung der einzelnen Studienfächer im Studienbereich Musik, Musikwissenschaft gab es jedoch große Unterschiede: Während der Frauenanteil im Studienfach Tonmeister mit 13,7 % unter allen Studienfächern des Studienbereichs am niedrigsten war, war er im Studienfach Orchestermusik mit 59 % am höchsten. Am häufigsten studierten Frauen und Männer das Studienfach Instrumentalmusik, gefolgt von Musikerziehung und Musikwissenschaft/-geschichte.

Studierende im Studienbereich Musik, Musikwissenschaft nach Geschlecht und Studienfächern im Wintersemester 2024/25

20 % weniger Mitglieder in selbstständigen Konzertorchestern

Knapp 900 Mitglieder hatten die 10 selbstständigen Konzertorchester laut der Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins in Nordrhein-Westfalen in der Spielzeit 2022/23. Im Zehnjahresvergleich ist die Mitgliederzahl um rund 20 % zurückgegangen. Die knapp 1.000 Konzerte in der Spielzeit 2022/23 wurden mehr als 411.000-mal besucht. Zum Vergleich: In der Spielzeit 2013/14 waren es noch mehr als 1.200 Konzerte mit rund 755.000 Besucherinnen und Besuchern gewesen.

Umsatzplus trotz Unternehmensrückgang in der Musikwirtschaft

Rückgänge waren in den letzten Jahren auch in der Musikwirtschaft zu verzeichnen. So sank von 2019 bis 2023 die Zahl der Unternehmen um 7,3 % und die Zahl der abhängig Beschäftigten ging im selben Zeitraum um 18,4 % zurück. Gleichzeitig erzielte diese Branche jedoch ein Umsatzplus von 12,4 %. Zur Musikwirtschaft zählen z. B. der Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Musikalien, selbstständige Musikerinnen und Musiker sowie Theater- und Konzertveranstalter. Mehr Informationen liefert der Artikel „Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW”, der die Bedeutung der Teilmärkte der Kreativwirtschaft in NRW beleuchtet.

Hinweise zur Statistik

Die Statistik der Zeitverwendungserhebung findet alle zehn Jahre statt und liefert Angaben zu den vollständigen zeitlichen Aufwänden (privat und beruflich) der NRW-Bevölkerung ab 10 Jahren. Die 2022er Ergebnisse basieren auf den Aufzeichnungen von 4.210 Personen und wurden auf die rund 16 Millionen Personen dieser Altersgruppe hochgerechnet.

Die europäische Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT) ist seit 2021 als freiwillige Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert. Für diese Erhebung werden Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren zum Internetzugang und zur Internetnutzung befragt.

Die Statistischen Jahrbücher des Verbands deutscher Musikschulen e.V. (VdM) geben Auskunft über öffentliche Musikschulen in Nordrhein-Westfalen. Erhoben wird u. a. die Anzahl an Musikschulen und die Anzahl und Verteilung der Schülerinnen und Schüler nach Altersgruppen. Berichtszeitraum ist seit 2013 das Kalenderjahr. Die Daten werden jährlich erhoben. Die Anzahl der Musikschulen wird zum Stichtag 01.01. erhoben. Es handelt sich um eine Vollerhebung unter den Mitgliedschulen des VdM. Öffentliche Musikschulen, die nicht Mitglied des Verbands sind und private Musikschulen sind nicht enthalten.

Die Statistik der Studierenden gibt Auskunft über die Studierenden an den nordrhein-westfälischen Hochschulen. In den Ergebnissen werden ausschließlich Haupthörer/-innen im 1. Studienfach ausgewiesen.

Die Ergebnisse zu Mitgliedern, Konzerten und Besuchen der selbstständigen Konzertorchester stammen von der Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins. Es besteht keine Verpflichtung zur Datenmeldung, daher können die Daten unvollständig im Sinne einer Totalerhebung sein.

Die dargestellten Ergebnisse zur „Kultur- und Kreativwirtschaft” sind einer Sonderauswertung aus dem Statistischen Unternehmensregister entnommen. Die Abgrenzung der Kunst- und Kreativwirtschaft sowie die Zuordnung zu den einzelnen Teilmärkten folgt der Definition durch die Wirtschaftsministerkonferenz. (IT.NRW)

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