
Bild von Dorothe Wouters auf Pixabay
Im Jahr 2025 wohnten in Nordrhein-Westfalen rund 4,1 Millionen Menschen in Haushalten, die es sich nach eigener Angabe finanziell nicht leisten konnten, eine Woche im Jahr außerhalb der eigenen vier Wände Urlaub zu machen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis von Ergebnissen der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen mitteilt, entspricht dies einem Anteil von 23,1 % der Gesamtbevölkerung. Damit lag NRW über dem deutschlandweiten Wert von 20,9 %.
Alleinerziehende, Alleinlebende und Geringqualifizierte waren besonders betroffen
Besonders für Alleinerziehende ist die Finanzierung einer Urlaubsreise oft schwierig: 2025 war es fast der Hälfte von ihnen und ihren Kindern (46,8 %) nicht möglich für eine Woche in den Urlaub zu verreisen. Ein überdurchschnittlich hoher Wert zeigte sich auch bei den Alleinlebenden: Bei fast einem Drittel (32,3 %) von ihnen fehlte 2025 ein ausreichendes Budget für eine Urlaubsreise.

Bei der Bevölkerung im Alter ab 16 Jahren variierte die Möglichkeit, eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen, stark mit dem jeweiligen Bildungsstand.Unter den Geringqualifizierten ab 16 Jahren lebten 39,9 % in Haushalten, die sich keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Hochqualifizierte dagegen, mussten mit 10,5 % vergleichweise selten auf Urlaub. verzichten. Bei Personen mit mittlerem Bildungsniveau lag dieser Anteil mit 21,3 % leicht unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Weitere Ergebnisse rund um das Thema „materielle und soziale Entbehrung” finden Sie in unserem Schwerpunktartikel auf der Themenseite Armut.
Hinweise zur Statistik
Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die in Deutschland seit 2020 als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Die Frage zur finanziellen Fähigkeit, mindestens eine Woche Urlaub im Jahr woanders als zu Hause zu verbringen, wird auf Haushaltsebene gestellt. Auch als Urlaub zählt hierbei der Urlaub bei Freunden oder Verwandten sowie in der eigenen Ferienunterkunft. Als Kinder werden Personen im Alter von unter 18 Jahren definiert sowie Personen im Alter von 18 bis einschließlich 24 Jahren, sofern sie ökonomisch abhängig sind.
Das Bildungsniveau wird auf Basis der ISCED-Klassifikation (International Standard Classification of Education) 2011 abgebildet. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen. Auf dieser Basis wurden drei Gruppen gebildet: Geringes Bildungsniveau (ISCED 1-2): Keine Berufsausbildung und keine (Fach-)Hochschulreife; mittleres Bildungsniveau (ISCED 3-4): Abschluss einer Berufsausbildung oder (Fach-)Hochschulreife; hohes Bildungsniveau (ISCED 5-8): bestandene Meister- oder Technikerprüfung, Fachschulabschluss oder (Fach-)Hochschulabschluss.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Weitere Informationen zum Mikrozensus.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)













