Nicht erst seit der langanhaltenden Hitzeperiode in der zweiten Junihälfte 2026 stellt sich die Frage nach den gesundheitlichen Auswirkungen extremer Temperaturen auf die Bevölkerung in NRW. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, liefert der neue Sterbefallkalender NRW mit den Daten der Jahre 2015 bis 2025 wichtige Erkenntnisse zum Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität.
Höhere Mortalität während Hitzephasen
Das Sterbegeschehen der Jahre 2015 bis 2025 weist ein ausgeprägtes saisonales Muster auf, bei dem die Mortalität in den Wintermonaten höher liegt als im Sommer. Dennoch können Phasen extremer Wärmebelastung im Sommer die Zahl der Sterbefälle deutlich beeinflussen.
Besonders stark zeigte sich dieser Zusammenhang im Jahr 2019. Begleitend zu den Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes war ein Anstieg der Sterbefälle zu konstatieren. Während Anfang Juli 2019 in Nordrhein-Westfalen noch weniger als 560 Personen pro Tag verstarben, stieg diese Zahl mit Beginn der extremen Wärmebelastung auf 906 Fälle am 26. Juli desselben Jahres an.
Bemerkenswert ist, dass die Mortalität während dieses kurzen Zeitraums das Maximum der vorangegangenen Wintermonate 2018/2019 – 687 Sterbefälle am 28. Januar – sogar deutlich übertraf.

Welchen Einfluss neben Hitze das Infektionsgeschehen in den Wintermonaten hat und welche Rolle das Alter der Verstorbenen spielt – diese Fragen beantwortet die Analyse „Sterbegeschehen in Nordrhein-Westfalen“ anhand des neuen Sterbefallkalenders NRW.
Daten zu einer möglichen Übersterblichkeit in NRW während der zweiten Junihälfte 2026 liegen aktuell noch nicht vor. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Bundesergebnisse für die entsprechende Woche hier.
Landesergebnisse veröffentlicht das Statistische Bundesamt an gleicher Stelle voraussichtlich am 28. Juli 2026.
Zahlen für Kreise und kreisfreie Städte in NRW liegen voraussichtlich im September 2026 vor und werden durch uns veröffentlicht.
Hinweise zur Statistik
Die Statistik der Sterbefälle basiert auf Meldungen der Standesämter, die Angaben zu den Sterbefällen an die Statistischen Landesämter liefern. In dieser Auswertung wurden alle Gestorbenen gezählt, für die ein Wohnort in NRW gemeldet wurde.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)














