
Ausstellungseröffnung im Foyer der Bezirksregierung Detmold (von links nach rechts): Jens Effkemann (Regionalgeschäftsführer Westfalen-Lippe beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.), Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling, Dr. Bärbel Sunderbrink (Leiterin Stadtarchiv Detmold), Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf (Bürgermeister der Gemeinde Augustdorf) und Meinolf Klahold (zuständiger Hauptdezernent aus der Schulabteilung der Bezirksregierung Detmold). (Foto: Bezirksregierung Detmold)
Die Wanderausstellung „Riga. Deportationen – Tatorte – Erinnerungskultur“ informiert und erinnert an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus Deutschland ins lettische Riga. Bis zum Freitag, 16. Oktober 2026, ist die Ausstellung des Riga-Komitees im Foyer der Bezirksregierung Detmold zu sehen. Interessierte können die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Dienstgebäudes in der Leopoldstraße 15 besuchen. Zudem wurden alle ostwestfälischen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 eingeladen, an dem begleitenden pädagogischen Workshopangebot teilzunehmen.
Die Ausstellung erinnert an die Deportation von Jüdinnen und Juden, unter anderem aus der Region Ostwestfalen-Lippe, in das Ghetto in Riga. Sie führt vor Augen, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht irgendwo fernab stattgefunden haben, und macht damit Geschichte für Menschen in Ostwestfalen-Lippe greifbar.
„Die Ausstellung setzt sich mit diesem wichtigen und zugleich bedrückenden Kapitel unserer Geschichte auseinander. Geschichtswissen ist keine Rückschau, die uns nur mit der Vergangenheit beschäftigt. Es ist eine wichtige Grundlage dafür, unsere Gegenwart zu verstehen und unsere Demokratie zu schützen“, lädt Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling, zum Ausstellungsbesuch ein. Als Vorsitzende des Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. holte sie die Ausstellung in das Foyer der Bezirksregierung und organisierte die gezielte Ansprache der Schulen in Ostwestfalen-Lippe mit der Intention: „Gerade in einer Zeit, in der antisemitische, rassistische und menschenfeindliche Äußerungen wieder sichtbarer werden und demokratische Werte unter Druck geraten, ist es unsere Verantwortung, uns mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Erinnerungskultur bedeutet dabei mehr als das Bewahren von Daten und Fakten. Sie bedeutet, sich bewusst zu machen, wohin Ausgrenzung, Hass und das schrittweise Aushöhlen von Menschenrechten führen können.“
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. hat Nachwuchskräfte der Bezirksregierung für das Workshopangebot geschult. Die Anwärterinnen und Anwärter der Bezirksregierung Detmold werden ostwestfälische Schulklassen in der Ausstellung zu einstündigen Workshops begrüßen. Alle Schulen mit Jahrgangsstufen ab Klasse 5 wurden angeschrieben und haben die Kontaktdaten für eine Anmeldung erhalten.
Während der Ausstellungseröffnung für geladene Gäste stellte Dr. Bärbel Sunderbrink, Leiterin des Stadtarchivs Detmold, den lokalen Bezug her. Die Stadt Detmold ist Mitglied im Riga-Komitee, das als europaweiter erinnerungskultureller Städtebund im Jahr 2000 gegründet wurde. Heute widmen sich im Komitee über 80 Städte der gemeinsamen Erinnerung an die Deportation von mehr als 25.000 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern. Aus Ostwestfalen-Lippe sind die Städte Bielefeld, Gütersloh, Paderborn, Herford, Bünde, Lemgo, Detmold, Petershagen, Borgholzhausen und Minden dabei.
Pressemeldung: Bezirksregierung Detmold
















