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Renaturierung der Diestel

von | Sep. 16, 2026 | Blomberg, Kunterbunt

Bürgermeister Christoph Dolle zusammen mit Fachbereichsleiter für Bauen und Stadtentwicklung Detlef Wehrmann und einer Vierten Klasse der Grundschule am Weinberg. Foto: Stadt Blomberg

Stadt Blomberg setzt gemeinsam mit „Wasser im Fluss“ auf naturnahe Gewässerentwicklung

 Wie sieht ein naturnahes Gewässer aus und warum ist es wichtig, Flüssen und Bächen wieder mehr Raum zu geben? Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der Grundschule am Weinberg bei Aktionstagen direkt an der Diestel beschäftigt. Der Ort wurde dabei ganz bewusst gewählt: Direkt an diesem Abschnitt der Diestel setzt die Stadt Blomberg derzeit eine konkrete Renaturierungsmaßnahme um. Die Projekttage boten den Kindern damit die Möglichkeit, sich nicht nur theoretisch mit naturnaher Gewässerentwicklung auseinanderzusetzen, sondern unmittelbar zu erleben, was sich an einem Gewässer verändern lässt und warum solche Maßnahmen wichtig sind.

An vier Mitmachstationen konnten die Kinder das Gewässer erforschen und selbst aktiv werden. Sie untersuchten die Wasserqualität, suchten und bestimmten Kleinstlebewesen im Bach und erfuhren dabei, welche Bedeutung vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen haben.

Am Matschtisch wurden die Schülerinnen und Schüler anschließend selbst zu kleinen Gewässerplanerinnen und -planern: Wie kann ein Gewässer gestaltet werden, damit Wasser nicht zu schnell abfließt und gleichzeitig abwechslungsreiche Lebensräume für Fische und andere Gewässerbewohner entstehen? Mit Steinen, Holz und unterschiedlichen Gewässerverläufen konnten verschiedene Ideen ausprobiert werden.

Zum Abschluss wurde es praktisch: Einen Abschnitt der Diestel durften die Kinder mit Steinen und Totholz selbst umgestalten. Ob dadurch unterschiedliche Strömungen entstehen und das Wasser tatsächlich gebremst wird, zeigte eine anschließende Bootsregatta mit selbst gebastelten kleinen Booten.

So konnten die Schülerinnen und Schüler im Kleinen selbst ausprobieren, welche Wirkung unterschiedliche Strukturen in einem Gewässer haben. Was die Kinder dabei spielerisch erfahren haben, wird an der Diestel nun auch in einer echten Renaturierungsmaßnahme umgesetzt. Die Stadt Blomberg schafft hier neue Strukturen und gibt dem Gewässer mehr Raum für eine naturnahe Entwicklung. Auf diese Weise wurden die Inhalte der Projekttage unmittelbar mit einem konkreten Vorhaben vor Ort verbunden.

Auch Bürgermeister Christoph Dolle und Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung Detlef Wehrmann schauten den Schülerinnen und Schülern vor Ort über die Schulter. „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder das Thema Gewässer mit so viel Begeisterung entdecken. Wenn sie selbst ausprobieren können, wie Steine, Holz und unterschiedliche Gewässerverläufe das Wasser beeinflussen, wird Renaturierung unmittelbar erlebbar“, so Bürgermeister Christoph Dolle. „Gleichzeitig leisten die Maßnahmen einen wichtigen Beitrag für den Hochwasserschutz, die ökologische Vielfalt und die naturnahe Entwicklung unserer Gewässer.“

Die Projekttage fanden unmittelbar im Bereich der aktuellen Renaturierungsmaßnahme statt. Auch hier geht es darum, der Diestel wieder mehr Raum für eine naturnahe Entwicklung zu geben. Im überplanten Abschnitt verläuft die Diestel parallel zu einem Fußweg und einem Schmutzwassersammler. Dadurch ist eine eigendynamische Entwicklung des Gewässers derzeit nicht möglich.

Künftig wird der Hauptlauf der Diestel in die angrenzende Aue verlegt. Der bestehende Altarm wird durch eine teilweise durchlässige Steinschüttung abgebunden und dient anschließend als zusätzlicher Retentionsraum bei Hochwasser. Gleichzeitig sind kleinere strukturelle Verbesserungen vorgesehen.

Der unter dem Fußweg verlaufende Durchlass sowie die alte Brücke werden entfernt. Für die fußläufige Querung wird zunächst eine Übergangsbrücke aus Holz errichtet. Eine dauerhafte neue Brücke soll im weiteren Verlauf umgesetzt werden.

Pressemeldung: Stadt Blomberg

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