Seit 2017 zogen mehr Menschen aus den NRW-Großstädten in städtische oder ländlich/vorstädtisch geprägte Kreise innerhalb NRWs um als umgekehrt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lag der Wanderungssaldo der Großstädte in den Jahren 2017 bis 2024 durchgängig im negativen Bereich zwischen −2,4 und −5,8 Personen je 1.000 Einwohner/-innen. Von 2010 bis 2016 verzeichneten die Großstädte jedes Jahr noch Wanderungsgewinne zwischen +0,8 und +1,6 Personen je 1.000 Einwohner/-innen. Demgegenüber verzeichneten die städtischen Kreise seit 2014 und die ländlich bis vorstädtisch geprägten Kreise seit 2017 wieder Wanderungsgewinne. Insbesondere Familien zog es verstärkt aus den Großstädten in die städtischen und ländlichen/vorstädtischen Kreise. Nur bei den 18- bis unter 25-Jährigen konnten die Großstädte weiterhin Wanderungsgewinne verbuchen.
Weitere regionale Ergebnisse zur Landesbinnenwanderung sowie methodische Erläuterungen finden Sie in der neuen Veröffentlichung „Wohin ziehen die Menschen innerhalb NRWs? Trends und Entwicklungen in den Jahren 2010 – 2024”.

428.000 Menschen zogen jährlich im Durchschnitt innerhalb von NRW über die Kreisgrenzen um
In den Jahren 2010 bis 2024 zogen in jedem Jahr durchschnittlich etwa 428.000 Menschen innerhalb der Landesgrenzen von NRW über die Kreisgrenzen um. Das entspricht 2,4 % der Bevölkerung. Während im Jahresdurchschnitt 4,8 % der Nichtdeutschen über die Kreisgrenzen innerhalb des Landes umgezogen sind und dieser Anteil über die Jahre hinweg variierte, war der Anteil bei den Deutschen mit durchschnittlich 2,0 % deutlich geringer und nahezu konstant.
Ein Viertel der Landesbinnenwanderung erfolgte durch Nichtdeutsche – in einzelnen Jahren war es sogar über ein Drittel
Im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2024 lag der Anteil der Nichtdeutschen an den Landesbinnenwanderungen bei 24,8 %. In den Jahren 2015 (33,4 %) sowie 2023 (37,8 %) und 2024 (35,7 %) stieg der Anteil Nichtdeutscher an den Umzügen innerhalb von NRW auf über ein Drittel. Die Entwicklung in diesen Jahren ist stark durch Schutzsuchende geprägt, die in hoher Zahl aus dem Ausland nach NRW gekommen sind und sich dann zeitverzögert durch Umzüge weiter innerhalb des Landes verteilt haben.
Hinweise zur Statistik
Die Daten zu den Wanderungen basieren auf den An- und Abmeldungen, die von den Einwohnermeldeämtern nach den melderechtlichen Regelungen erfasst und den Statistischen Ämtern der Länder übermittelt werden. Die Wanderungsstatistik umfasst alle Zu- und Fortzüge über die Gemeindegrenzen mit Verlegung der Haupt- oder alleinigen Wohnung im Berichtszeitraum.
Als Landesbinnenwanderung werden Umzüge innerhalb Nordrhein-Westfalens betrachtet, bei denen die Grenze eines Kreises bzw. einer kreisfreien Stadt überschritten wird. Unberücksichtigt bleiben Umzüge innerhalb eines Kreises zwischen den kreisangehörigen Gemeinden (Kreisbinnenwanderung) sowie Umzüge innerhalb einer Gemeinde.
Als Großstädte werden hier die kreisfreien Städte zusammengefasst. Die Kreise werden in städtische und ländlich oder vorstädtisch geprägte Kreise unterteilt. Weitere Erläuterung zur Einteilung in Raumtypen finden Sie auf unserer Statistikseite.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)














