Giftpflanzen begegnen uns nicht nur in der freien Natur, sondern teilweise auch im eigenen Garten, auf Spielplätzen oder entlang von Spazierwegen. Rund um das Thema Giftpflanzen halten sich allerdings einige weit verbreitete Annahmen. Doch was stimmt tatsächlich – und was ist ein Irrtum?
Irrtum 1: „Giftpflanzen erkennt man sofort“
Viele Menschen glauben, dass giftige Pflanzen auffällig aussehen, unangenehm riechen oder besondere Warnzeichen wie Dornen besitzen. Das stimmt nicht. Giftige Pflanzen können völlig unscheinbar wirken und sich äußerlich kaum von ungiftigen Arten unterscheiden. Deshalb sollte man unbekannte Pflanzen grundsätzlich nicht essen oder Teile davon in den Mund nehmen.
Irrtum 2: „Wenn eine Pflanze schön aussieht, kann sie nicht giftig sein“
Eine attraktive Blüte oder auffällige Beeren sagen nichts über die Giftigkeit einer Pflanze aus. Einige bekannte Garten- und Wildpflanzen sind ausgesprochen dekorativ und können trotzdem gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Gerade farbenfrohe Beeren können für Kinder besonders verlockend sein.
Irrtum 3: „Giftig ist nur, was man isst“
Nicht immer muss eine Pflanze verschluckt werden, damit sie gesundheitliche Beschwerden verursachen kann. Bei manchen Pflanzen können bestimmte Inhaltsstoffe auch über die Haut oder durch den Kontakt mit Pflanzensaft problematisch werden. Deshalb ist es sinnvoll, beim Umgang mit unbekannten Pflanzen vorsichtig zu sein und sich anschließend die Hände gründlich zu waschen.
Irrtum 4: „Ein bisschen davon kann nicht schaden“
Wie gefährlich eine Giftpflanze ist, hängt unter anderem von der Pflanzenart, dem Pflanzenteil und der aufgenommenen Menge ab. Auch Alter und Körpergewicht spielen eine Rolle. Deshalb sollte man nicht nach dem Motto handeln: „Ein kleines Stück wird schon nichts ausmachen.“ Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten.
Irrtum 5: „Giftige Pflanzen wachsen nur im Wald“
Giftpflanzen gibt es an vielen verschiedenen Orten. Sie können in Wäldern und auf Wiesen vorkommen, aber ebenso in Gärten, Parks und an Straßenrändern. Manche giftige Arten werden sogar bewusst als Zierpflanzen kultiviert. Wer Kinder oder Haustiere hat, sollte sich deshalb auch mit den Pflanzen im eigenen Umfeld beschäftigen.
Irrtum 6: „Wenn Tiere eine Pflanze fressen, ist sie auch für Menschen ungefährlich“
Tiere reagieren nicht zwangsläufig genauso auf pflanzliche Giftstoffe wie Menschen. Außerdem können bestimmte Tiere Pflanzen fressen, die für Menschen gesundheitsschädlich sind. Das Verhalten eines Tieres ist daher kein zuverlässiger Hinweis darauf, ob eine Pflanze für Menschen essbar ist.
Irrtum 7: „Kochen macht jede Giftpflanze ungefährlich“
Dieser Mythos kann gefährlich werden. Zwar können manche pflanzlichen Inhaltsstoffe durch Erhitzen verändert oder reduziert werden, darauf lässt sich aber keinesfalls allgemein vertrauen. Bei unbekannten oder giftigen Pflanzen sollte man deshalb nicht versuchen, sie durch Kochen, Trocknen oder andere Zubereitungsarten essbar zu machen.
Irrtum 8: „Bei einer möglichen Vergiftung muss man sofort Erbrechen auslösen“
Das eigenständige Auslösen von Erbrechen ist bei einer möglichen Vergiftung nicht grundsätzlich richtig und kann sogar schädlich sein. Entscheidend ist es, Ruhe zu bewahren und fachkundige Hilfe einzuholen. Bei einem konkreten Verdacht auf eine Vergiftung sollte man sich an eine Giftinformationszentrale beziehungsweise bei akuten oder schweren Beschwerden an den Rettungsdienst wenden. Wichtig können Informationen über die Pflanze, den aufgenommenen Pflanzenteil und die ungefähre Menge sein.
Lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu sorglos
Giftpflanzen müssen nicht grundsätzlich gefährlich sein, solange man sie kennt und richtig mit ihnen umgeht. Besonders wichtig ist, unbekannte Pflanzen nicht zu probieren und Kindern frühzeitig zu erklären, dass Pflanzen, Beeren und Früchte aus der Natur nicht automatisch essbar sind.
Bei einem konkreten Verdacht auf eine Vergiftung sollte nicht experimentiert oder auf Hausmittel zurückgegriffen werden. Fachkundige medizinische Beratung kann schnell klären, welche Maßnahmen erforderlich sind.
















