
PM_Starker Verbund, starke Premiere: Gemeinsamer Erfolg für die Region: Die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe, das Klinikum Lippe und die Kreiskliniken Herford-Bünde gratulieren dem allerersten ATA-Jahrgang herzlich zum erfolgreichen Abschluss und freuen sich auf viele neue Kolleg*innen im Team!
Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe verabschiedet erste Anästhesietechnische Assistentinnen
Ein prägender Moment für die regionale Bildungslandschaft und die Gesundheitsversorgung in der Region: Die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) haben ihren allerersten Ausbildungsjahrgang in der Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) erfolgreich verabschiedet. Sechs Frauen machten ihren Abschluss. Das Besondere an diesem Premierenerfolg: Die dreijährige Ausbildung vereinte Auszubildende der gemeinsamen Trägerkliniken – dem Klinikum Lippe (KLG) und den Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) – unter einem Dach und setzte damit ein starkes Zeichen für die trägerübergreifende Zusammenarbeit gegen den Fachkräftemangel.
Tobias Bach (Geschäftsführung und Schulleiter der SPHL) hob den historischen Charakter der Feierstunde hervor: „Ein besonderer Moment, den wir eher selten haben, ist, wenn ein Ausbildungsgang zum ersten Mal den Abschluss bei uns macht. Sie waren unser erster ATA-Lehrgang, haben fantastisch vorgelegt und uns sehr stolz gemacht.“ Bach dankte der Fachbereichsleitung um Nicole Diekmann und Jutta Jordann für ihren unermüdlichen Pioniergeist beim Aufbau des Bildungsgangs und schloss mit den Worten des Philosophen John Dewey: „Bildung ist nicht die Vorbereitung auf das Leben; Bildung ist das Leben selbst.“
Sehr persönlich und sichtlich gerührt blickte Kursleiterin Nicole Diekmann (SPHL) auf die gemeinsame Ausbildungszeit zurück. Sie erinnerte sich zum Beispiel an den Moment, als die Auszubildenden nach nur sechs Wochen Schule in ihren ersten Praxisblock starteten: Alle Zweifel waren unbegründet, denn die Nachwuchskräfte haben jede Hürde famos gemeistert. Diekmann dankte allen Wegbegleiter*innen, hob die prägende Berlin-Kursfahrt mit den Operationstechnische Assistenten (OTA) hervor und erinnerte schmunzelnd an die Lebensweisheiten aus dem Anatomie- und Physiologie-Unterricht.
Auch die Vorarbeit zum Curriculum von Dagmar Schäfer vom Bildungszentrum des Klinikums Lippe und der Einsatz der Praxisbegleiter*innen wurden gewürdigt. Mit dem oft zitierten Motto der Auszubildenden „Wir schaffen das schon“ und als motivierte, engagierte, konstruktive, kritische und vor allem echt starke Frauen haben sie diesen ersten Anästhesietechnischen Assistenz-Kurs zu einem absoluten Erfolg gemacht. Zum Abschied gab sie den Absolvent*innen mit auf den Weg: „Finden Sie Ihren Nordstern und hören Sie nie auf zu lernen.“
Die Auszubildenden hatten vor drei Jahren nie gedacht, dass die Zeit so schnell vergeht. Anhand der klassischen Entwicklungsphasen von Gruppen (Forming, Storming, Norming, Performing, Adjourning) ließen sie ihre Ausbildungszeit Revue passieren. Sie dankten unter anderem Jutta Jordann für die lehrreiche Zeit und insbesondere Nicole Diekmann, die alles dafür getan hat, dass alle sechs Absolvent*innen ihr gemeinsames Ziel – den erfolgreichen Abschluss – erreichen. Als erster ATA-Kurs gab es natürlich auch mal chaotische Phasen, doch Diekmann hat es mit Bravour geschafft, ihre Aufgabe zu erfüllen. In einer sehr emotionalen Präsentation mit zahlreichen Selfies sowie privaten Einblicken in Ausbildung und Freizeit wurde sichtlich erkennbar, wie eng die Gruppe zusammengerückt ist und dass hier tiefe Freundschaften entstanden sind. Zum Abschied überreichten die Absolvent*innen allen Wegbegleiter*innen individuelle Geschenke.
Auch die Vertretungen der Trägerhäuser zeigten sich begeistert von den Erfolgen der Absolvent*innen. Martin Wall (OP-Manager KLG) und Alexander Bär (Bereichsleitung Anästhesiepflege KLG ) unterstrichen die Bedeutung der hochspezialisierten Qualifikation: „Wenn Arzt und Anästhesietechnische Assistenz im OP zusammenarbeiten, ist das wie Ying und Yang: Zwei unterschiedliche Rollen, die sich perfekt ergänzen und erst im perfekten Zusammenspiel maximale Sicherheit für Patient*innen garantieren. Deshalb sind wir sehr glücklich über unsere Azubis und froh, diese wertvollen Fachkräfte für unsere Häuser gewonnen zu haben“, sagte Martin Wall.
Die Perspektive aus dem OP brachte Herr Bär auf den Punkt: Er lobte das hohe Fachwissen, die Beherrschung komplexer Techniken und die wachsende Verantwortung der Auszubildenden. Besonders beeindruckend sei die persönliche Verwandlung von anfangs schüchternen Neulingen zu selbstbewussten Kolleg*innen gewesen „die inzwischen sogar mich als Bereichsleitung auf Fehler hinweisen“, wie Bär anerkennend betonte. Im OP gehe es schließlich um den Menschen hinter jeder Narkose und das blinde Vertrauen im Team. Umso erfreulicher sei, dass gleich vier neue ATAs beim KLG bleiben.
Sehr bildhaft und praxisnah beschrieb Christopher Seegert, Leitung des zentralen OP-Managements der KKHB, den dreijährigen Weg der Auszubildenden. Im ersten Jahr und Schreckmomenten mit Kathetern und Absaugungen – bei dem kurz der Gedanke aufkam „Das schaffe ich doch nie“ – wuchsen sie über sich hinaus. Die Botschaft vom ersten Tag: Man muss nicht alles können, aber Ruhe und Sicherheit bewahren sowie ausstrahlen. Im zweiten Jahr hieß es „wachsen, verstehen, dazugehören. Egal ob bei Bauch-OPs, in der Unfallchirurgie, im Kreißsaal, in der Urologie oder bei der Versorgung von Kindern und Säuglingen im OP: Die Azubis meisterten lange Tage, Notfälle und emotionale Begegnungen.
Im anstrengenden Examensjahr zeigte sich schließlich die hohe Bedeutung der Teamarbeit. Seegert betonte den Wandel von der Theorie zur Praxis und die Schlüsselrolle im OP-Alltag: „Sie haben gelernt, nicht nur Monitore abzulesen, sondern Menschen zu begleiten. Im OP ist niemand allein. Sicherheit entsteht durch Interprofessionalität und gute Kommunikation. Die ATA ist dabei die Stimme der Patient*innen und die zentrale Drehscheibe im Team, die mitdenkt und voraus denkt. Und Sie sind keine Hilfskräfte, Sie sind jetzt staatlich anerkannte Fachkräfte, auf die wir sehr stolz sind.“
Zum Abschied – eine ATA verlässt die KKHB und eine bleibt – gab er ihnen kraftvolle Wünsche mit auf den Weg: Neugierig, demütig und menschlich zu bleiben. Da der Job auch herausfordernd sein kann, rief er alle Auszubildenden auf, aufeinander zu achten. Sein finaler Appell: „Seid standhaft, lasst euch nicht klein machen und vor allem seid stolz auf Euch – denn wir sind es, ihr habt es verdient!“
Abschließend übermittelten die Vertretungen des Betriebsrates beider Trägerkliniken sowie die und der Gleichstellung der KKHB ihre Anerkennung. Sie lobten nicht nur die Fachlichkeit, sondern auch die ausgeprägte Empathie der Absolvent*innen. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses ersten ATA-Jahrgangs haben alle Beteiligten die Messlatte hochgelegt. Er ist der glänzende Beweis dafür, dass starke Partner gemeinsam exzellenten Nachwuchs für die Region sichern. Die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe, das Klinikum Lippe sowie die Kreiskliniken Herford-Bünde gratulieren allen Absolvent*innen herzlich zum Abschluss und freuen sich darauf, viele von ihnen als neue Kolleg*innen im Team begrüßen zu dürfen.
Text: Yvonne Berthiot – Foto: Yvonne Berthiot
















