
Verstehen sich als Mittler zwischen Natur und Mensch (v.l.): Die Ranger Aaron Gellern, Maximilian Köhn und Thomas Junghöfer. BUZ: © Kreis Lippe
Vermittler zwischen Mensch und Natur
Sie reparieren Schilder, halten Wanderwege in Stand und sammeln wilden Müll ein: Die Ranger in Bielefeld und im Kreis Lippe haben ein breites Spektrum an Aufgaben. An der Grenze von Lippe und Bielefeld überschneidet sich ihr Einsatzgebiet. Hier kontrollieren sie im Zuge einer interkommunalen Zusammenarbeit regelmäßig den Zustand der Naturschutzgebiete. Die Kooperation besteht seit 2025.
„Meine Stelle war im Kreis Lippe komplett neu. Daher habe ich mich an meinen ersten Diensttagen an die Kollegen in Bielefeld gewandt und dort hospitiert. Der Austausch hat wesentlich dazu beigetragen, meine Einsätze effizient und qualitativ zu planen“, erzählt Thomas Junghöfer, Ranger beim Kreis Lippe. „Wir sind schon seit einigen Jahren aktiv. So konnten wir unsere Erfahrungen direkt weitergeben, was besonders in der Anfangszeit wichtig ist. Generell ist ein reger Austausch unter Rangern sinnvoll, um Dinge auszuprobieren und zu adaptieren. So ergab sich die Zusammenarbeit“, betont Aaron Gellern, Ranger von Wald und Holz NRW im Stadtgebiet Bielefeld.
Gemeinsamer Einsatz der Ranger in Bielefeld und Lippe
In Bielefeld ist Ranger Aaron Gellern bereits seit 2019 im Einsatz. 2022 bekam er von Maximilian Köhn Verstärkung. Die Ranger in Bielefeld sind Mitarbeiter des Regionalforstamts OWL. Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Bielefeld, Vertreter des Privatwaldes, dem Bielewald e.V. und Arminia Bielefeld. Die Rangerstellen sind vorerst bis Oktober 2027 befristet. Im Kreis Lippe ist Thomas Junghöfer seit Sommer 2025 als Ranger der unteren Naturschutzbehörde unterwegs.
Die Ranger kooperieren hauptsächlich im kreisübergreifenden Naturschutz und in den Waldgebieten. Dazu zählen die Naturschutzgebiete (NSG) Menkhauserbachtal/ Schobketal, das NSG Östlicher Teutoburgerwald und die NSG Windwehetal/ Windweheniederungen. Dies entspricht einer Einsatzfläche von über 150 Hektar. „Naturschutz hört nicht an einer starren Grenze auf. Wenn wir als Bielefelder Ranger etwas in Lippe feststellen, können wir das direkt an den Kollegen melden und umgekehrt. Eine erhöhte Präsenz in den Gebieten von beiden Seiten ist natürlich auch ein Vorteil“, erklärt Gellern.
Junghöfer ergänzt: „Der gezielte Austausch hilft, sich weiterzuentwickeln und immer auf dem Laufenden zu sein. Zudem können wir Belange von Bürgern und der Natur schnell auf dem kurzen Dienstweg lösen.“ Die Kollegen sind sich einig, dass sie durch die Kooperation die bestmögliche Betreuung der NSG erreichen.
Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Gebietskontrollen grade an besucherstarken Tagen geplant. Auch gemeinsame Müllsammelaktionen in den Bachtälern sollen künftig stattfinden. Im März 2027 tagt die Bundesnaturwacht der Deutschen Ranger in Bielefeld. Hier wird die interkommunale Kooperation vorgestellt.
Hintergrund zur Arbeit der Ranger
Bei der täglichen Arbeit gleicht kein Tag dem anderen. Die Ranger starten mal in den frühen Morgenstunden, ein andermal drehen sie ihre Runde, wenn die Sonne gerade untergeht. Auch an Wochenenden und Feiertagen sind sie unterwegs – immer dann, wenn Menschen in der Natur unterwegs sind. „Als Vermittler zwischen Natur und Mensch sind wir für jeden ansprechbar. Wir wollen ein Bindeglied zwischen Bürger und Behörde sein. Wir passen darauf auf, dass Menschen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen respektieren und die Natur entsprechend achten. Man braucht also keine Angst vor uns haben“, fasst Maximilian Köhn, Ranger von Wald und Holz NRW im Stadtgenbiet Bielefeld zusammen.
In Bielefeld liegt ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit auf der Umweltbildung für Kindergärten oder Schulen. Zudem bieten sie offene Rangertouren an.
In Lippe liegt ein weiterer Fokus auf Kontrollen des Vertragsnaturschutzes. Zudem ist der Ranger Ansprechpartner für verletzte Greifvögel und kümmert sich montags und mittwochs um die Wasserbüffel in Lage/Müssen. Rund 14.000 Hektar Naturschutzgebiete werden in Lippe vom Ranger abgedeckt.















