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„Serie: Acht Mythen im Faktencheck: Erdbeben“

von | Okt. 18, 2026 | Kunterbunt

Bild von Tumisu auf Pixabay

Erdbeben sind Naturereignisse, über die viele Menschen falsche Vorstellungen haben. Manche glauben, dass es in Deutschland keine Erdbeben gibt oder dass Tiere sie zuverlässig vorhersagen können. Doch was stimmt wirklich und was ist ein Irrtum? Hier werden acht häufige Irrtümer über Erdbeben erklärt und richtiggestellt.

Irrtum 1: Erdbeben entstehen nur an der Erdoberfläche.

Viele Menschen denken, dass Erdbeben direkt an der Erdoberfläche entstehen. In Wirklichkeit beginnen sie meistens tief im Inneren der Erde. Dort lösen sich Spannungen zwischen Gesteinsplatten plötzlich, wodurch Energie freigesetzt wird. Diese Energie breitet sich in Form von Erdbebenwellen aus und lässt den Boden erzittern.

Irrtum 2: Deutschland ist vor Erdbeben sicher.

Manche Menschen glauben, dass es in Deutschland keine Erdbeben gibt. Tatsächlich treten auch hier Erdbeben auf, zum Beispiel im Rheingebiet oder auf der Schwäbischen Alb. Die meisten sind allerdings schwach und verursachen keine größeren Schäden. Starke Erdbeben sind in Deutschland deutlich seltener als in vielen anderen Ländern.

Irrtum 3: Tiere können Erdbeben immer zuverlässig vorhersagen.

Es gibt Berichte darüber, dass sich Tiere vor Erdbeben ungewöhnlich verhalten. Wissenschaftlich ist jedoch nicht eindeutig bewiesen, dass Tiere Erdbeben zuverlässig vorhersagen können. Eine sichere Vorhersage des genauen Zeitpunkts, Ortes und der Stärke eines Erdbebens ist bisher nicht möglich.

Irrtum 4: Ein langes Erdbeben ist immer stärker.

Viele Menschen glauben, dass ein Erdbeben umso stärker ist, je länger es dauert. Das stimmt jedoch nicht unbedingt. Zwar dauern große Erdbeben häufig länger als kleine, aber die Dauer der Erschütterungen hängt auch von der Entfernung zum Erdbebenherd und der Beschaffenheit des Untergrunds ab. Deshalb kann ein Erdbeben an einem Ort lange spürbar sein, ohne dort besonders starke Erschütterungen auszulösen.

Irrtum 5: Erdbeben verursachen immer große Risse im Boden.

In Filmen sieht man häufig, wie sich bei Erdbeben riesige Spalten in der Erde öffnen. In Wirklichkeit entstehen solche großen Risse nicht bei jedem Erdbeben. Oft werden Gebäude beschädigt, Gegenstände fallen um oder Straßen bekommen Risse. Große Bodenverschiebungen treten vor allem dann auf, wenn sich eine Störung bis zur Erdoberfläche bewegt.

Irrtum 6: Erdbeben lassen sich genau vorhersagen.

Manche Menschen glauben, Forschende könnten bereits Tage vorher genau sagen, wann und wo ein Erdbeben stattfinden wird. Das ist bisher nicht möglich. Fachleute können allerdings Gebiete mit erhöhtem Erdbebenrisiko bestimmen und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Erdbeben abschätzen. Frühwarnsysteme können bei manchen Erdbeben wenige Sekunden bis einige Dutzend Sekunden Vorwarnzeit ermöglichen.

Irrtum 7: Nur sehr starke Erdbeben sind gefährlich.

Nicht nur besonders starke Erdbeben können Schäden verursachen. Auch schwächere Erdbeben können gefährlich sein, wenn sie nahe an Städten stattfinden oder schlecht gebaute Gebäude betreffen. Wie groß die Schäden ausfallen, hängt unter anderem von der Tiefe des Erdbebenherdes, der Entfernung und der Bauweise der Gebäude ab.

Irrtum 8: Nach dem ersten Beben ist die Gefahr vorbei.

Viele Menschen denken, dass nach dem Ende eines Erdbebens keine weitere Gefahr besteht. Tatsächlich können danach sogenannte Nachbeben auftreten. Diese können weitere Schäden an bereits geschwächten Gebäuden verursachen. Deshalb sollte man nach einem starken Erdbeben vorsichtig bleiben und die Hinweise der örtlichen Behörden beachten.

Fazit: Erdbeben sind natürliche Vorgänge, die sich nicht vollständig verhindern oder genau vorhersagen lassen. Wer die häufigsten Irrtümer kennt, kann Erdbeben besser verstehen und weiß eher, wie man sich im Ernstfall richtig verhält.

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