
Backen ist Handwerk: Es lohnt sich, öfter zum Bäcker um die Ecke zu gehen, rät die NGG Ostwestfalen-Lippe. „Das Brot ist lecker. Und die Löhne sind fair“, so die Bäckerei-Gewerkschaft. Foto: NGG | Tobias Seifert
NGG Ostwestfalen-Lippe wirbt fürs Handwerk: „Öfter mal zur Bäckerei um die Ecke“
Öfter mal zur Bäckerei um die Ecke: „Die rund 70 Bäckereien und ihre Filialen im Kreis Lippe können mehr Kundschaft gebrauchen“, sagt Thorsten Kleile von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe warnt vor einer „Kunden-Ebbe“ bei Bäckereien im Kreis Lippe.
„Mit dem Run auf die Brotregale beim Discounter setzen die Menschen die Backtradition aufs Spiel. Schon in den ersten Wochen dieses Jahres sind in vielen Bäckereien im Kreis Lippe weniger Brote und Brötchen, weniger Torten, Kuchen und süße Teilchen über den Verkaufstresen gegangen“, so Thorsten Kleile. Das mache Bäckereien wirtschaftlich zu schaffen. Es gehe jetzt darum, den „Trend zur Tradition des Bäckerhandwerks“ neu zu beleben.
Für viele Kunden sei dabei „das gute Gewissen, Bewährtes zu erhalten und fair bezahlte Arbeit im Kreis Lippe zu unterstützen“, ein wichtiger Punkt. „Wer beim Bäcker um die Ecke kauft, kauft fair und lecker“, so Thorsten Kleile von der Bäckerei-Gewerkschaft. So gebe es ab April ein Lohn-Plus: „Bäckergesellen und Fachverkäuferinnen bekommen ab diesem Monat 45 Cent pro Stunde mehr. Sie haben damit am Monatsende 75 Euro zusätzlich auf dem Lohnzettel“, sagt Thorsten Kleile. Darauf hätten sich die Bäckerei-Gewerkschaft NGG und der Bäckerinnungsverband West am Tariftisch verständigt. Auch wer ohne Ausbildung zum Beispiel am Verkaufstresen bediene, bekomme 25 Cent pro Stunde mehr und habe damit monatlich ein Plus von knapp 42 Euro.
Zudem würden alle Beschäftigten in Bäckereien eine Einmalzahlung bekommen. Wer einen Vollzeitjob mache, erhalte für die Monate Februar und März eine steuerfreie Zahlung von insgesamt 100 Euro. Auf die aktuellen Preise für Brot und Brötchen werde sich der Tarifabschluss allerdings kaum auswirken. „Es gibt also keinen Grund, der Bäckerei den Rücken zu kehren. Im Gegenteil: Fairer Lohn und gute Handwerksqualität sollten es wert sein, beim Bäcker um die Ecke zu kaufen“, ist Thorsten Kleile überzeugt.
Ohnehin seien Bäckereien – auch beim Lohn – „sehr bodenständig“: „Im Kreis Lippe geht keiner mit einem Stundenlohn unter 14,10 Euro nach Hause, wenn er in einer Bäckerei arbeitet, die ordentlich bezahlt“, sagt Kleile. Ein junger Bäckergeselle verdiene sogar 16,39 Euro pro Stunde. Und eine Fachverkäuferin komme gleich nach ihrer Ausbildung auf immerhin 15,32 Euro, so die NGG Ostwestfalen-Lippe.
Die Bäckerei-Gewerkschaft NGG Ostwestfalen-Lippe spricht von einem „fairen, frisch gebackenen Handwerkslohn“, der die Jobs in den Backstuben und an den Ladentheken im Kreis Lippe attraktiv halte. „Immerhin geht es auch darum, die Beschäftigten im Bäckerhandwerk bei der Stange zu halten. Vor allem aber auch, um junge Menschen zu gewinnen, damit die sagen: ‚Wir backen’s‘“, so NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile. Insgesamt arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft in den Bäckereien im Kreis Lippe rund 1.400 Beschäftigte. Die NGG Ostwestfalen-Lippe beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
Pressemeldung: NGG















