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Die unterschätzte Gefahr: Diabetes und Proteinmangel im Alter

von | Sep. 10, 2026 | Kunterbunt

Quelle_à la QUARTO_Arnd Zimmermann

In Senioreneinrichtungen reicht es nicht, schmackhaftes Essen anzubieten. Entscheidend ist, dass jeder Bewohner tatsächlich die Ernährung erhält, die zu seinem individuellen Bedarf passt. Wie das funktionieren kann, erklärt Arnd Zimmermann, Gründer und Geschäftsführer von à la QUARTO:

„Wenn über gute Pflege gesprochen wird, geht es meist um Personal, medizinische Versorgung, Mobilität oder soziale Betreuung. Ernährung bekommt dagegen oft erst Aufmerksamkeit, wenn bereits Probleme auftreten. Dabei trägt sie wesentlich dazu bei, wie stabil ältere Menschen gesundheitlich bleiben. Besonders Diabetes und eine unzureichende Proteinversorgung stellen Senioreneinrichtungen vor Herausforderungen. Denn ein ausgewogener Speiseplan kann trotzdem am individuellen Bedarf vorbeigehen.

Im Alter sinken häufig Appetit und Energiebedarf, während die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen gewährleistet bleiben muss. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für gesunde Menschen ab 65 Jahren einen Schätzwert von 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Gleichzeitig können Krankheiten, Kau- oder Schluckbeschwerden, Medikamente oder nachlassende Sinneswahrnehmungen dazu führen, dass weniger gegessen wird. Weniger Hunger bedeutet jedoch nicht automatisch weniger Nährstoffbedarf.

Ein Speiseplan für alle reicht nicht

Bewohner von Senioreneinrichtungen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Der eine benötigt eine proteinreiche Ernährung, ein anderer aufgrund einer Erkrankung eine angepasste Kost. Hinzu kommen Vorlieben, Unverträglichkeiten und unterschiedliche Essmengen. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was auf dem Speiseplan steht, sondern ob das Gericht zum jeweiligen Bewohner passt. Je mehr individuelle Anforderungen berücksichtigt werden müssen, desto größer wird die organisatorische Herausforderung. Informationen müssen zuverlässig zwischen Pflege, Ernährungsfachkräften, Küche und Bestellung weitergegeben werden. Digitale Systeme können hier unterstützen. Sind Sonderkostformen und Ernährungsanforderungen im Bewohnerprofil hinterlegt, lassen sich passende Gerichte filtern und Änderungen automatisch überprüfen. Damit entsteht eine zusätzliche Kontrollinstanz und mehr Sicherheit in der Verpflegung.

Proteinversorgung muss sichtbar werden

Beim Protein zeigt sich der Nutzen besonders deutlich. Ein pauschaler Wert für alle Bewohner greift zu kurz, denn der Bedarf hängt unter anderem von Körpergewicht und Gesundheitszustand ab. Bei bestehender Mangelernährung kann zudem eine erhöhte Energie- und Proteinzufuhr notwendig sein. Deshalb sollte der individuelle Bedarf dort sichtbar sein, wo Mahlzeiten geplant und bestellt werden. Eine Proteinampel kann anzeigen, zu welchem Anteil das Tagesziel erreicht wird. Grün steht für eine ausreichende Versorgung, Gelb für eine teilweise Deckung und Rot für Handlungsbedarf. So wird ein abstrakter Nährwert im Alltag schnell erfassbar und eine zu geringe Versorgung kann früher auffallen.

Bei Diabetes darf Routine nicht zur Falle werden

Auch bei Bewohnern mit Diabetes ist Transparenz entscheidend. Die Ernährung muss zur individuellen gesundheitlichen Situation passen. Digitale Verpflegungssysteme können hinterlegte Anforderungen berücksichtigen und Nährwertinformationen bereits bei der Auswahl eines Gerichts anzeigen. Besonders hilfreich ist eine automatische Prüfung bei Änderungen. Wird eine Speisekomponente ausgetauscht, sollte sofort erkennbar sein, ob die definierten Kriterien weiterhin erfüllt sind. Im Idealfall kann eine ungeeignete Bestellung gar nicht erst abgeschlossen werden. Die Kontrolle findet damit statt, bevor das Essen ausgegeben wird. Technik ersetzt weder Ernährungsfachkräfte noch eine ärztliche oder pflegerische Beurteilung. Sie kann aber verhindern, dass wichtige Informationen zwischen Bewohnerprofil, Essensausgabe und Speiserücklauf verloren gehen.

Der tatsächliche Verzehr entscheidet

Die beste Nährwertberechnung hilft jedoch wenig, wenn nur dokumentiert wird, was ausgegeben wurde. Wichtig ist, was tatsächlich gegessen wurde. Wird eine Mahlzeit automatisch als vollständig verzehrt gewertet, solange kein Rücklauf erfasst wurde, kann ein falsches Bild entstehen. Deshalb müssen Bestellung, Ausgabe und tatsächlicher Verzehr gemeinsam betrachtet werden. Bleiben Mahlzeiten wiederholt stehen, ist das eine wichtige Information für Pflege, Küche und Ernährungsfachkräfte. Technische Ampeln sind nur so zuverlässig wie die Daten, auf denen sie basieren. Seniorenverpflegung muss deshalb über Speisepläne und Bestellungen hinausgedacht werden. Individuelle Bewohnerprofile, automatisch geprüfte Sonderkostformen, bedarfsbezogene Proteinwerte und verständliche Warnhinweise machen Risiken früher sichtbar. Entscheidend bleibt jedoch nicht, welches Gericht auf dem Speiseplan steht, sondern ob der jeweilige Bewohner das für ihn passende Essen bekommt und es tatsächlich isst. Gerade bei Diabetes und drohender Mangelernährung ist Ernährung keine organisatorische Nebenaufgabe, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer guten Versorgung im Alter.“

Weitere Informationen unter https://quarto.de/

Autor: Arnd Zimmermann

Arnd Zimmermann verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Führung und Transformation von Unternehmen. Als Gründer von à la QUARTO beschäftigt er sich mit zukunftsfähigen Versorgungskonzepten im Bereich Pflege. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der L. STROETMANN Großverbraucher GmbH & Co. KG und begleitet die Weiterentwicklung moderner Verpflegungsstrukturen an der Schnittstelle von Versorgung, Digitalisierung und Pflegequalität.

à la QUARTO

Seit der Gründung im Jahr 2020 hat sich à la QUARTO als innovativer Spezialist für autonome Küchen- und Versorgungssysteme in der Seniorenverpflegung erfolgreich als zukunftsweisender Partner für Pflegeeinrichtungen positioniert. Das Unternehmen bietet ein digital gestütztes Verpflegungssystem, das speziell auf die Bedürfnisse von Seniorenheimen zugeschnitten ist und Mahlzeiten individuell an die persönlichen Vorlieben, Ernährungsanforderungen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner anpasst. Mithilfe von KI analysiert das System Essgewohnheiten, Bedarfe und Rückmeldungen und optimiert darauf basierend Speiseplanung und Prozesse kontinuierlich. Durch modulare Speisekonzepte und smarte Software-Tools standardisiert es die gesamte Lieferkette – von der Bestellung über die Produktion bis hin zu Ausgabe – was nicht nur die Abläufe in der Küche erheblich effizienter macht, sondern Kosten senkt, Abfall minimiert und die Nachhaltigkeit steigert. Mit Auszeichungen wie dem NEXT of Market Award unterstreicht à la QUARTO seine Marktposition und setzt neue Standards in der Branche, indem es Gastronomie und Pflege nahtlos verknüpft.

Pressemeldung und Foto: Borgmeier Public Relations

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