Equal Pay Day: Frauen arbeiten in diesem Jahr rechnerisch 58 Tage – vom 1. Januar bis zum heutigen 27. Februar – statistisch unbezahlt.
Männer erhalten in den Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn nach wie vor höhere Gehälter als Frauen. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Bei einer aktuellen Lohnlücke von 16 Prozent arbeiteten Frauen in diesem Jahr rechnerisch 58 Tage – vom 1. Januar bis zum heutigen 27. Februar – statistisch unbezahlt. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern wird demnach kleiner, doch Chancengleichheit ist immer noch ein wichtiges Thema auf dem Arbeitsmarkt.
Der diesjährige Equal Pay Day firmiert unter dem Motto: „Equal Pay Every Day“ (Gleiche Bezahlung jeden Tag). Der Tag signalisiert, dass es in Deutschland weiter einen Lohnunterschied von bundesweit 16 Prozent zwischen Frauen und Männern in der Geldbörse gibt. Auch in den Kreisen der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, sprich in den Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn, erhalten Männer weiterhin höhere Gehälter als Frauen. So betrug der Gender Pay Gap nach Daten der Entgeltstatistik der Agentur für Arbeit (Stand Dezember 2024) einige hundert Euro monatlich.
Konkret betrug das Medianentgelt im Kreis Höxter 2024 insgesamt 3.562 Euro (Männer: 3.654 Euro; Frauen: 3.232 Euro); im Kreis Lippe 2024 insgesamt 3.867 Euro (Männer: 3.956 Euro, Frauen: 3.654 Euro); im Kreis Paderborn insgesamt 3.798 Euro (Männer: 3.914 Euro; Frauen: 3.483 Euro). Die Entgeltstatistik der Agentur für Arbeit weist durchschnittliche Bruttomonatsentgelte für Vollzeitbeschäftigte im Median inklusive Sonderzahlungen aus. „Einen deutlichen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen gibt es nach wie vor, wenn auch die Lücke in den vergangenen Jahren kleiner geworden ist“, bilanziert Simone Wils, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn.
„Es hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt, um dem Ziel des equal pay näher zu kommen“, so Marnie Titgens, die ebenfalls als Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn auf die Thematik aufmerksam macht. „Der Gender Pay Gap ergibt sich unter anderem aus der Berufswahl: In Branchen, die weiblich konnotiert sind, werden häufig niedrigere Gehälter gezahlt, als in vielen von Männern ausgeübten Berufen“. Auch seien Männer im Vergleich zu Frauen weiterhin überproportional häufig in Führungsverantwortlichkeit beschäftigt.
Doch nicht nur Unterschiede bei der Berufswahl und damit auch bei Karrieremöglichkeiten führen zu Disparitäten. Simone Wils: „Auch wenn wir inzwischen im Jahr 2026 angekommen sind, haben weibliche Arbeitnehmende oftmals eine Doppelherausforderung zu meistern: Care-Arbeit, also die Betreuung von Kindern oder die Pflege Angehöriger, liegt aufgrund der Aufgabenverteilung im familiären Leben vornehmlich bei in Teilzeit arbeitenden Frauen.“
Der Equal Pay Day symbolisiert, dass der Gender Pay Gap demnach nicht nur eine statistische Größe ist, sondern anzeigt, dass Gleichstellung auf dem deutschen Arbeitsmarkt weiterhin nicht erreicht ist. Entgelttransparenz kann ein erster Schritt sein, um Entgeltlücken überhaupt wahrzunehmen und in Konsequenz schließen zu können. Weiterführende Informationen unter https://www.equalpayday.de/.
Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn













