Im Jahr 2025 haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen fast 14.200 Inobhutnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vorgenommen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das rund 18 % weniger Schutzmaßnahmen als im Jahr 2024. Damals waren es rund 17.300 gewesen. Damit sank die Zahl der Inobhutnahmen erstmals seit dem Jahr 2021 wieder unter 16.000 Fälle. Die Jugendämter nehmen Inobhutnahmen vor, wenn ein unmittelbares Handeln zum Schutz von Minderjährigen in Eil- und Notfällen als geboten erscheint.

Der Rückgang der Gesamtzahl der Inobhutnahmen ist darauf zurückzuführen, dass es gegenüber dem Vorjahr rund 44 % weniger Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreisen aus dem Ausland gab. Die Zahl sank von rund 7.500 im Jahr 2024 auf rund 4.200 im Jahr 2025. Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreisen aus dem Ausland betrafen mit einem Anteil von rund 85 % überwiegend männliche Jugendliche. Kinder und Jugendliche, die unbegleitet aus dem Ausland einreisen, werden zuerst vorläufig in staatliche Obhut genommen. Anschließend wird entschieden, ob eine reguläre Inobhutnahme erfolgen muss und in welchem Bundesland diese erfolgt. In der genannten Zahl sind sowohl vorläufige als auch reguläre Inobhutnahmen enthalten. Es ist einordnend zu beachten, dass im Jahr 2025 die Nettozuwanderung aus dem Ausland nach NRW ebenfalls gesunken ist. Sie erreichte den niedrigsten Stand seit 2010.
Leichter Anstieg der regulären Inobhutnahmen
Leicht gestiegen ist dagegen im Jahr 2025 die Zahl der Minderjährigen, die die Jugendämter aus anderen Gründen regulär in staatliche Obhut nahmen, etwa aufgrund einer Überforderung der Eltern oder wegen Anzeichen für körperliche Misshandlung oder Vernachlässigung. Hier gab es rund 9.900 Fälle und damit rund 1 % mehr als im Jahr zuvor. Während die Zahl der männlichen Betroffenen um rund 10 % zurückging, wurden bei weiblichen Kindern und Jugendlichen 12 % mehr Inobhutnahmen verzeichnet.
57 % der Betroffenen von regulären Inobhutnahmen waren Mädchen
Von den rund 9.900 Kindern und Jugendlichen mit regulären Inobhutnahmen waren 43 % männlich und rund 57 % weiblich. In den jüngeren Altersklassen mussten im Jahr 2025 häufiger Jungen aus den Familien herausgenommen werden. In der Altersgruppe der 12- bis unter 14-Jährigen wurden dagegen mehr als doppelt so viele Mädchen wie Jungen in staatliche Obhut genommen. Die meisten Inobhutnahmen bei Mädchen gab es 2025 in der Altersgruppe der 14- bis unter 16-Jährigen.

Hinweise zur Statistik
Die Statistik der vorläufigen Schutzmaßnahmen gibt Auskunft über Kinder und Jugendliche in NRW, die unter vorläufigen Schutz genommen wurden. Zentrale Erhebungsmerkmale sind unter anderem soziodemografische Merkmale der Kinder und Jugendlichen sowie Angaben zu den durchgeführten Maßnahmen. Die Erhebung wird jährlich durchgeführt. Die Datenbereitstellung erfolgt über die Jugendämter.
Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass Doppelzählungen von Kindern und Jugendlichen möglich sind, wenn diese zum Beispiel nach einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland zunächst vorläufig und im Anschluss noch einmal regulär von einem Jugendamt in Nordrhein-Westfalen in Obhut genommen wurden. Da einzelne Jugendämter für das Jahr 2023 keine oder nur unvollständige Daten melden konnten, ist ein Vergleich mit dem Jahr 2023 nur eingeschränkt möglich. Ursache dafür war unter anderem ein Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT. (IT.NRW)















