Im Jahr 2025 arbeiteten in Nordrhein-Westfalen rund 1,47 Millionen der insgesamt 7,65 Millionen Kernerwerbstätigen in ihrer Haupttätigkeit in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 weiter mitteilt, lag die Quote atypisch Beschäftigter bei 19,2 %. Damit blieb das Niveau im Vergleich zum Vorjahr stabil (2024: 19,1 %).
Kernerwerbstätige sind Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren, die sich nicht in Schule oder Studium, Ausbildung oder einem Freiwilligendienst befinden. Zur atypischen Beschäftigung zählen Teilzeitjobs mit bis zu 20 Wochenstunden, befristete oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sowie Zeitarbeit.
Frauen und junge Beschäftigte besonders häufig betroffen
Frauen sind häufiger atypisch beschäftigt als Männer: Während die Quote bei den männlichen Kernerwerbstätigen in NRW im Jahr 2025 bei 11,7 % lag, fiel sie bei den Frauen mit 27,6 % mehr als doppelt so hoch aus. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem der hohe Teilzeitanteil: 21,3 % der erwerbstätigen Frauen arbeiteten 2025 maximal 20 Stunden pro Woche – bei den Männern waren es lediglich 4,2 %. Zudem waren Frauen mit 7,9 % öfter geringfügig beschäftigt als Männer (2,8 %).

Auch der Start ins Berufsleben ist oft von atypischer Beschäftigung geprägt. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen betraf dies mit 34,2 % gut ein Drittel der Kernerwerbstätigen. Hauptgrund sind Befristungen, in denen sich 23,0 % der unter 25-Jährigen befanden. Zudem lagen in dieser Altersgruppe sowohl der Anteil geringfügig Beschäftigter mit 9,1 % als auch der Anteil der Beschäftigten in der Zeitarbeit mit 5,6 % über dem Durchschnitt.
Je niedriger der Bildungsstand, desto häufiger sind atypische Erwerbsformen
Das Bildungsniveau beeinflusst das Risiko für atypische Beschäftigung stark. Im Jahr 2025 war mehr als jede dritte kernerwerbstätige Person mit niedrigem Bildungsabschluss (35,2 %) atypisch beschäftigt. Bei Personen mit mittlerer Qualifikation lag dieser Anteil mit 18,2 % deutlich niedriger. Hochqualifizierte waren mit 14,3 % am seltensten in solchen Arbeitsverhältnissen tätig.

Dieses Muster zeigt sich auch bei den einzelnen Merkmalen atypischer Beschäftigung. In Teilzeitbeschäftigung bis zu 20 Wochenstunden arbeiteten 21,5 % der geringqualifizierten Kernerwerbstätigen, während es unter den Mittelqualifizierten 12,8 % und unter den Hochqualifizierten nur 7,8 % waren.
Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei den geringfügigen Beschäftigungen: Insgesamt 14,3 % der Geringqualifizierten standen in einem solchen Arbeitsverhältnis. Dieser Anteil ist dreimal so hoch wie bei den Mittelqualifizierten (4,9 %) und sogar siebenmal so hoch wie bei den Hochqualifizierten (2,0 %).
Bei den Befristungen zeigt sich ein etwas anderes Muster. Zwar ist auch hier die Gruppe der Geringqualifizierten mit 12,6 % am häufigsten betroffen, jedoch folgen an zweiter Stelle die Hochqualifizierten mit 6,7 %. Die im Vergleich zu Mittelqualifizierten etwas höhere Befristungsquote Hochqualifizierter ist maßgeblich durch die Befristungspraxis im Wissenschafts- und Forschungsbereich bedingt. Die Kernerwerbstätigen mit mittlerem Qualifikationsniveau waren mit 5,3 % am seltensten befristet beschäftigt.
Hinweise zur Statistik
Die Auswertung berücksichtigt ausschließlich die Haupttätigkeit von sogenannten Kernerwerbstätigen. Dazu zählen Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die sich nicht in Schule, Ausbildung, Studium oder einem Freiwilligendienst befinden. Neben Normalarbeitsverhältnissen und atypischer Beschäftigung umfasst diese Gruppe auch Selbstständige und mithelfende Familienangehörige. Bei den Merkmalen atypischer Beschäftigung sind Mehrfachzählungen möglich – etwa, wenn eine Teilzeitbeschäftigung gleichzeitig ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ist.
Das Bildungsniveau wird auf Basis der ISCED-Klassifikation (International Standard Classification of Education) 2011 abgebildet. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen. Auf dieser Basis wurden drei Gruppen gebildet: Niedriges Bildungsniveau (ISCED 1-2): Keine Berufsausbildung und keine (Fach-)Hochschulreife; mittleres Bildungsniveau (ISCED 3-4): Abschluss einer Berufsausbildung oder (Fach-)Hochschulreife; hohes Bildungsniveau (ISCED 5-8): bestandene Meister- oder Technikerprüfung, Fachschulabschluss oder (Fach-)Hochschulabschluss.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführte Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Weitere Informationen zum Mikrozensus.
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