Cancer Survivorship: zentrale Herausforderung für das Gesundheitssystem
Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung. Dank medizinischer Fortschritte steigen die Heilungs- und Überlebenschancen kontinuierlich. Doch für viele Betroffene endet die Belastung nicht mit dem Abschluss der Therapie: Körperliche, psychische und soziale Folgen begleiten zahlreiche Patientinnen und Patienten oft über Jahre hinweg. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) setzt sich deshalb dafür ein, „Cancer Survivorship“, dem Leben mit und nach einer Krebserkrankung, deutlich mehr gesundheitspolitische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu widmen.
Anlässlich des (morgigen) Weltkrebstages erklärt der Präsident der ÄKWL, Dr. Hans-Albert Gehle: „Das Leben nach Krebs ist für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt mit besonderen Herausforderungen. Nachsorge darf nicht nur medizinische Kontrolluntersuchungen umfassen, sondern muss auch psychosoziale Unterstützung, Rehabilitation und langfristige Begleitung einschließen.“ Viele Krebsüberlebende litten unter chronischer Erschöpfung, Schmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen oder psychischen Belastungen wie Angststörungen und Depressionen. Hinzu kommen laut Gehle zudem Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Alltag, in den Beruf oder in soziale Rollen.
In Deutschland leben schätzungsweise fünf Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben, hierunter etwa 41.000 Langzeitüberlebende einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter. In den kommenden Jahren rechnet die Kammer damit, dass sich der Anteil derjenigen, die eine qualifizierte Langzeitnachsorge anfragen, deutlich erhöhen und somit auch der Anteil an Ärztinnen und Ärzten, die Cancer Survivors behandeln, zunehmen wird.
Eine neue Fortbildungsmaßnahme „Cancer Survivorship Care“ der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe soll diesem wachsenden Bedarf durch eine gezielte Qualifizierung von Ärztinnen und Ärzten begegnen. Sie vermittelt in strukturierter Form evidenzbasiertes Wissen zu „Cancer Survivorship Care“ und fördert den Austausch zwischen den am Versorgungsprozess Beteiligten.
Pressemeldung: Die Ärztekammer Westfalen-Lippe
















