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Lippische Landesbibliothek sucht nach NS-Raubgut

von | Jan. 18, 2026 | Kunterbunt

Projektleiterin Dr. Christine Rühling und Projektmitarbeiterin Antonia Reck sichten Zugangsbücher auf verdächtige Einträge (Foto: Lippische Landesbibliothek)

Mit Beginn des Jahres 2026 hat die Lippische Landesbibliothek / Theologische Bibliothek und Mediothek begonnen, die Herkunft von Beständen zu untersuchen, die im Verdacht stehen, zwischen 1933 und 1945 Personen und Institutionen unrechtmäßig entzogen worden zu sein, und die dann in die Bibliothek gelangt sind. Die eigens für dieses Projekt eingestellte Kulturwissenschaftlerin Antonia Reck untersucht zunächst für ein Jahr die Medien, die aus der „Zeitgeschichtlichen Sammlung“ Eduard Wiegands (1893–1979) stammen. Wiegand war überzeugter Nationalsozialist und leitete die Lippische Landesbibliothek in der NS-Zeit.

Er baute eine sogenannte „Zeitgeschichtliche Sammlung“ zur Dokumentation seiner Gegenwart auf, in die er nicht nur Schrifttum und Zeugnisse der NSDAP, sondern auch „unerwünschte“ Bücher und Druckerzeugnisse von Gegnern der Nationalsozialisten und verfolgten Personen integrierte. Nach 1945 wurde die Sammlung aufgelöst; die Bücher wurden in den folgenden Jahren zum Großteil in den Bestand eingearbeitet. Diese Medien zu finden und ihre Provenienz zu prüfen, also ihrer Herkunft nachzugehen, ist die Aufgabe der nächsten zwölf Monate. Gerechnet wird mit früherem Besitz von Gewerkschaften, Freimaurern, jüdischen Institutionen und Einzelpersonen aus der Region Westfalen-Lippe.

Die Landesbibliothek sieht sich in der Verantwortung, diesen Zusammenhängen nachzugehen, und beabsichtigt für NS-Raubgut-Fälle, eine gerechte und faire Lösung im Sinne der „Washingtoner Prinzipien“ und der „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz“ zu finden. Das Forschungsprojekt wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Begleitet wird die Arbeit der Bibliothek durch die Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen (KPF.NRW).

Pressemitteilung der Lippischen Landesbibliothek Detmold

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