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Mehr Straßenverkehrsunfälle aber weniger Verunglückte seit 1970

von | Feb. 11, 2026 | Kunterbunt

Im Jahr 2024 sind in Nordrhein-Westfalen rund 640.500 Straßenverkehrsunfälle mit Personen- und Sachschäden polizeilich erfasst worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist die Anzahl der Straßenverkehrsunfälle seit 1970 insgesamt um 90,5 % angestiegen. Diese Steigerung geht mit dem zunehmenden Kfz-Bestand einher, der sich in den vergangenen 54 Jahren beinahe verdreifacht hat (+193,5 %). Dem gegenüber sank im gleichen Zeitraum die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden um 41,0 % auf rund 62.700 Unfälle.
https://www.it.nrw/system/files/media/document/file/033_26_grafiken.xlsx

Der Rückgang der Unfälle mit Personenschaden steht im Zusammenhang mit der fortschreitenden Verbesserung der Verkehrssicherheit. So wurden im betrachteten Zeitraum u. a. die Fahrzeugtechnik weiterentwickelt und straßenbauliche Maßnahmen umgesetzt. Aber auch verschiedene verkehrsrechtliche Regelungen haben sich auf die Entwicklung der Unfälle mit Verunglückten positiv ausgewirkt. Dazu zählen die Einführung von Höchstgeschwindigkeitsgrenzen sowie die Anschnall-, Helm- und Kindersitzpflichten.

Weniger verunglückte Personen infolge von verkehrsrechtlichen Regelungen

Nach der Einführung der Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Landstraßen im Jahr 1972 zeigt sich beispielsweise, dass die Zahl der Verunglückten bei Straßenverkehrsunfällen zurückging. So sind 1973 rund 9,3 % weniger Personen verunglückt als noch im Vorjahr 1972. Nachdem ein Verwarngeld für die Nichteinhaltung der Helmpflicht für Krafträder im Jahr 1980 eingeführt wurde, sank die Zahl der Verunglückten im Folgejahr um 4,6 %. Im Zusammenhang mit der Einführung eines Bußgeldes für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes sowie der Umsetzung eines
Verkehrssicherheitsprogrammes, das die Bundesregierung 1984 auflegte, gingen die Unfälle mit Personenschaden zwischen 1984 und 1985 um 13,2 % zurück. Die Zahl der Verunglückten hat im gleichen Zeitraum um 14,0 % abgenommen. https://www.it.nrw/system/files/media/document/file/033_26_grafiken.xlsx

Anzahl der getöteten Personen seit 1970 um rund 90 % gesunken

Mit Blick auf die Verunglückten bei Straßenverkehrsunfällen in NRW zeigt sich, dass die Zahl der getöteten Personen seit 1970 mit 89,5 % den stärksten Rückgang verzeichnet. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Schwerverletzten um 76,6 % zurück, gefolgt von den Leichtverletzten mit einem Rückgang von 32,6 %.

Weniger Unfälle in Zeiten der Ölkrise und Corona-Pandemie

In Zeiträumen, in denen das Verkehrsaufkommen deutlich geringer war, ist ebenfalls ein Rückgang der Unfälle sowie der Verunglückten zu verzeichnen. So gab es beispielsweise vor dem Hintergrund der Ölkrise im Jahr 1973 mit erhöhten Benzinpreisen sowie Sonntagsfahrverboten rund 5,6 % weniger Unfälle und 9,3 % weniger verunglückte Personen als im Jahr zuvor. Infolge der Corona-Pandemie zeigt sich zwischen 2019 und 2020 ein Rückgang der Unfallzahlen von 18,3 % und der Verunglückten von 14,3 %. Ein verringertes Verkehrsaufkommen lässt sich hier durch verschärfte Lockdown-Maßnahmen, steigende Home-Office Nutzung sowie Kontaktbeschränkungen erklären.

Hinweise zur Statistik

Die Straßenverkehrsunfallstatistik erfasst alle von der Polizei aufgenommenen Unfälle, bei denen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Personenschaden oder Sachschaden entstanden ist. Die Daten zum Kraftfahrzeugbestand stammen vom Kraftfahrtbundesamt (KBA). Der Rückgang des Kfz-Bestandes im Jahr 2008 ist primär auf eine Bereinigung des Zentralen Fahrzeugregisters um nicht mehr existente Fahrzeuge zurückzuführen, zusätzlich fanden methodische Anpassungen statt.

Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung 1984: Im Rahmen dieses Programmes wurden unter anderem gezielte Kampagnen zur Verkehrserziehung umgesetzt, verstärke Kontrollen der Promillegrenze und der Anschnallpflicht durchgeführt, sowie zusätzliche finanzielle Mittel für präventive Maßnahmen bereitgestellt. Ergebnisse für Städte und Gemeinden liegen für den Zeitraum 1970 bis 1994 nicht vor. (IT.NRW)

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