
Anwesende Lehrerinnen und Lehrer lauschen angeregt der Keynote von Prof. Dr. Elisabeth Theison © HfM Detmold/Plettenberg
7. Musikpädagogischer Tag OWL bringt 70 Teilnehmende aus dem Berufsfeld Musikpädagogik zusammen
Im Februar fand an der Hochschule für Musik Detmold der 7. Musikpädagogische Tag unter dem Motto „Demokratie im Musikunterricht – Musikunterricht als Demokratie“ statt. Die Veranstaltung wurde von den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung an den Standorten Detmold, Paderborn, Minden und Bielefeld sowie dem Studiengang Lehramt Musik der HfM Detmold organisiert. Rund 70 Musiklehrkräfte, Studierende und Referendar*innen kamen zusammen, um die Potenziale des Musikunterrichts für demokratische Bildung zu erkunden.
Den Auftakt machte Prof. Dr. Elisabeth Theisohn von der Hochschule für Musik Karlsruhe mit einer inspirierenden Keynote. Sie verdeutlichte anhand fachlicher Grundprinzipien, dass der Musikunterricht ein einzigartiges Potenzial für die Demokratiebildung bietet. Musikalische Bildung gehe weit über das Erlernen von Noten und Rhythmen hinaus – sie fördere das bewusste Zuhören, stärke die Partizipation und lehre den Umgang mit Mehrdeutigkeit sowie kultureller Vielfalt. Diese Kompetenzen seien essenziell, um Schüler*innen in ihrer demokratischen Mündigkeit zu stärken.
In praxisnahen Workshops wurden verschiedene Aspekte des Themas vertieft. Der Workshop „Demo_KI. Musikunterricht zwischen Demokratiebildung und künstlicher Intelligenz?“ von Prof. Dr. Theisohn und Prof. Dr. Jonas Völker untersuchte die Verknüpfung von Demokratiebildung und KI im Musikunterricht. Dabei testeten die Teilnehmenden generative KI-Anwendungen und reflektierten deren ethische, urheberrechtliche und datenschutzrechtliche Aspekte.
Dr. Thomas Pfeiffer, wissenschaftlicher Referent für Rechtsextremismusprävention im NRW-Verfassungsschutz, leitete den Workshop „Rechtsextremismus als Erlebniswelt – Musik, Symbolik, Bildsprache“. Er analysierte, wie rechtsextreme Inhalte in der Musikszene und auf Social Media verbreitet werden und gab Lehrkräften Werkzeuge an die Hand, um ihre Schüler*innen für diese Mechanismen zu sensibilisieren.
Ein weiteres Beispiel für demokratische Lernprozesse bot der Workshop „Demokratie im Klassenraum“ von Tobias Stölting, Referendar am Grabbe-Gymnasium Detmold. Er stellte ein projektorientiertes Unterrichtsvorhaben zu Soundscapes vor, das Schüler*innen aktiv in kreative Entscheidungsprozesse einbindet.
Phillip Gosmann und Jannik Schaefer widmeten sich im Workshop „Musik und Pädagogik auf Instagram, TikTok & Co.“ der Rolle sozialer Medien in der musikalischen Bildung. Sie diskutierten, wie diese Plattformen demokratische Partizipation ermöglichen, aber auch Herausforderungen wie Hate Speech und Ungleichheiten verstärken können.
Ein besonderes Highlight war die abschließende Diskussion „Demokratie konkret“. Vertreter*innen der Peter Gläsel Schule Detmold, des Street Colleges Berlin und des Oberstufen-Kollegs Bielefeld berichteten, wie demokratische Partizipation in ihren Bildungseinrichtungen gelebt wird. Gemeinsam mit dem Publikum wurden Chancen und Herausforderungen eines konsequent partizipativen Erziehungsansatzes sowie die Rolle der künstlerischen Fächer in diesem Kontext erörtert.
Tobias Köhn, Musiklehrer an der Gesamtschule Verl, zog ein positives Fazit: „Der Musikpädagogische Tag hat mir wertvolle Impulse für meinen Unterricht gegeben. Besonders die praxisnahen Einblicke in rechtsextremistische Musikcodes und der kollegiale Austausch haben mich bereichert.“ Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, wie Musikunterricht zur Demokratiebildung beitragen kann – gerade in Zeiten zunehmender antidemokratischer Tendenzen. Musik bietet jungen Menschen einen kreativen Raum, in dem sie ihre eigene Stimme finden und erheben können.
Pressemeldung: HfM