Frauen sind in Führungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand von Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilt, waren im Jahr 2025 in NRW 28,9 % der insgesamt rund 376.000 Führungskräfte Frauen. Dieser Wert lag deutlich unter dem Frauenanteil an allen Erwerbstätigen, der im selben Jahr 47,1 % betrug. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich ein leichter Zuwachs: Im Jahr 2015 machte der Frauenanteil an den Führungskräften noch 26,0 % aus, während der Anteil an allen Erwerbstätigen damals bei 46,5 % lag.
Als Führungskräfte gelten hierbei – basierend auf der internationalen Berufsklassifikation ISCO-08 – Personen mit strategischer Leitungs-, Budget- und Personalverantwortung wie Vorstände, Geschäftsführungen, Abteilungsleitungen oder auch die Leitungen kleinerer Betriebe.
Frauen stellten Mehrheit der Teilzeit-Führungskräfte
Teilzeitarbeit ist bei Erwerbstätigen in Führungspositionen eher die Ausnahme. Im Jahr 2025 arbeiteten lediglich 10,5 % der Führungskräfte in NRW in Teilzeit – das ist dreimal weniger als bei der Gesamtheit aller Erwerbstätigen (31,8 %).
Unter den Teilzeitführungskräften stellten Frauen aber mit 64,9 % die Mehrheit. Bei den in Vollzeit arbeitenden Führungskräften lag der Frauenanteil hingegen nur bei 24,7 %.
Frauenanteil bei älteren Führungskräften am geringsten
Der Frauenanteil unter den Führungskräften unterscheidet sich in den einzelnen Altersgruppen deutlich.

Bei den jüngeren Führungskräften lag dieser Anteil in 2025 über dem Gesamtdurchschnitt. In den Altersgruppen bis 44 Jahre war gut jede dritte Führungskraft eine Frau (mit Werten von knapp 34 % bis gut 35 %). In den höheren Altersgruppen liegt die Quote niedriger, wobei die Gruppe ab 55 Jahren mit 23,5 % den geringsten Anteil aufwies.
NRW unter dem Bundes- und EU-Durchschnitt
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt in Nordrhein-Westfalen sowohl im bundesweiten als auch im EU-Vergleich unter dem Durchschnitt. Bundesweit lag der Anteil der Frauen in Führungspositionen 2025 bei 30,3 %. Noch deutlicher fiel der Abstand zum europäischen Ausland aus: Der Durchschnitt in der Europäischen Union lag im selben Jahr bei 35,9 %. Den Spitzenplatz im europäischen Vergleich belegte Schweden, wo der Frauenanteil an den Führungskräften bei 44,4 % lag.
Hinweis zur Statistik
Die hier dargestellten Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen stammen aus dem Mikrozensus und beziehen sich auf die Haupttätigkeit der Erwerbstätigen, die in NRW wohnen. Die Ergebnisse für Deutschland und die EU stammen aus dem europäischen Labour-Force-Survey, der in Deutschland in den Mikrozensus integriert ist. Sie sind in der Eurostat-Datenbank veröffentlicht.
Die Abgrenzung der Führungskräfte erfolgt anhand der Hauptgruppe 1 der Internationalen Standardklassifikation der Berufe (ISCO 08 – International Standard Classification of Occupations 2008).
Der Mikrozensus wurde 2020 methodisch neugestaltet. Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2020 sind deshalb nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführte Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Weitere Informationen zum Mikrozensus.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)














