Fälschungen im Urlaubsgepäck: IHK Lippe warnt vor unterschätzten Risiken
Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) warnt mit Blick auf die bevorstehende Reisesaison vor den wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen von Produkt- und Markenpiraterie. Anlass ist eine aktuelle Mitteilung des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), das gemeinsam mit europäischen Behörden auf ein anhaltend hohes Schadensniveau durch Fälschungen hinweist. Besonders in den Sommermonaten, wenn Reisende in touristischen Regionen vermeintliche Schnäppchen erwerben, gewinnt das Thema an neuer Brisanz.
„Gerade im Urlaub sinkt bei vielen Menschen die Hemmschwelle, zweifelhafte Angebote anzunehmen“, sagt Lars Henning Döhler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lippe und verantwortlich für den Bereich Recht. „Dabei ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht bewusst, dass sie mit dem Kauf von Fälschungen nicht nur Rechte verletzen, sondern auch gezielt Strukturen schwächen, die auf Innovation und Qualität setzen.“
Das DPMA verweist unter Berufung auf Daten des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum darauf, dass insbesondere designgetriebene Branchen wie Mode, Möbel und Elektronik massiv betroffen sind und europaweit Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Auch für Deutschland beziffert das EUIPO die wirtschaftlichen Einbußen auf einen erheblichen Umfang. Hinzu kommt, dass laut DPMA schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Wertschöpfung und Beschäftigung leisten.
„Diese Werte zeigen sehr deutlich, dass es hier nicht um Kavaliersdelikte geht“, betont Döhler. „Wer Fälschungen kauft, trägt dazu bei, dass Unternehmen Einnahmen verlieren, Arbeitsplätze gefährdet werden und Investitionen in Forschung und Entwicklung unterbleiben.“ Neben den ökonomischen Folgen weist das DPMA auch auf Risiken für Gesundheit und Sicherheit hin, die von gefälschten Produkten ausgehen können.
Besonders kritisch bewertet die IHK Lippe die Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen. Nach Einschätzung des DPMA sind sie von Produktpiraterie in besonderem Maße betroffen, da sie häufig auf wenige, prägnante Designs angewiesen sind und zugleich weniger Ressourcen haben, ihre Rechte durchzusetzen. „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft“, so Döhler. „Wenn gerade diese Unternehmen ihre Innovationen nicht ausreichend schützen können, geraten ganze Geschäftsmodelle unter Druck, auch hier in Lippe.“
Vor diesem Hintergrund unterstreicht die IHK Lippe die Bedeutung gewerblicher Schutzrechte. Patente, Marken, Designs und Gebrauchsmuster bilden nach Darstellung des DPMA die Grundlage dafür, dass Unternehmen ihre Ideen sichern und im Wettbewerb bestehen können. Gleichzeitig rückt die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher stärker in den Fokus.
„Es ist letztlich auch eine Frage der Verantwortung jedes Einzelnen“, erklärt Döhler. „Wer sich bewusst für das Original entscheidet, stärkt faire Wettbewerbsbedingungen und unterstützt Unternehmen, die in Qualität und Innovation investieren.“ Zugleich appelliert er an mehr Sensibilität im Alltag und auf Reisen: „Auffällig niedrige Preise sollten immer ein Warnsignal sein. Ein genauer Blick schützt nicht nur vor Enttäuschungen, sondern auch vor rechtlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen.“
Die IHK Lippe kündigt an, das Thema auch künftig in der Öffentlichkeitsarbeit stärker zu verankern. In enger Abstimmung mit nationalen und europäischen Institutionen wie dem DPMA solle das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums weiter geschärft werden.
Pressemeldung: IHK














