Kammerversammlung: Mehr Medizinstudienplätze dringend erforderlich
„Sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor fehlen weiterhin Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung. Haus- und Facharztsitze können nicht nachbesetzt werden, in den Krankenhäusern fehlen Ärztinnen und Ärzte zur Weiterbildung zum Haus- oder Facharzt. Deshalb ist es für mich unerklärlich, warum sich die kommende Regierung aus CDU/CSU und SPD nicht um dieses dringende Problem in unserem Gesundheitswesen kümmert. Es findet sich nämlich bedauerlicherweise kein Wort zur Thematik neuer Medizinstudienplätze in dem schwarz-roten Ergebnispapier der AG Gesundheit und Pflege, kritisiert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Hans-Albert Gehle. Schon in ihrer letzten Sitzung hatte die Kammerversammlung der ÄKWL festgestellt und scharf kritisiert, dass das Thema „Ärztemangel“ in den Wahlprogrammen der Parteien keine Rolle gespielt hat.
Gehle: „Nun haben die zukünftigen Koalitionäre klar gemacht, welche Bedeutung sie der Förderung unseres Berufsnachwuchses beimessen: keine! Die alte Ampel-Koalition hat zumindest noch die Absicht verfolgt, die in den 1990er-Jahren verlorenen Studienplätze wieder einzurichten. Leider wurde nicht wirklich etwas daraus. Jetzt gibt es offenbar nicht einmal mehr den guten Willen dazu. Dieses Nicht-Handeln der Politik ist mehr als schwach und für eine künftige Regierung, die doch Daseinsvorsorge für unser Land betreiben soll, mit Blick auf die Zukunft der Versorgung der Patientinnen und Patienten geradezu fahrlässig und unverantwortlich.“
Die Kammerversammlung sprach sich dafür aus, die seit der Wiedervereinigung weggefallenen 6000 Studienplätze in der Medizin umgehend wieder einzurichten. An Bewerberinnen und Bewerbern mangele es nicht, so das Votum der Kammerversammlung. Alljährlich stünden genügend Bewerberinnen und Bewerber für ein Studium der Humanmedizin in den Startlöchern, könnten aber ihren Berufswunsch nicht verwirklichen.
Pressemeldung: Ärztekammer Westfalen-Lippe