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Tradition trifft Kreativität: Lebensmittelhandwerk überzeugt mit Vielfalt und Qualität

von | Okt. 2, 2026 | Kunterbunt

Obermeister Mickel Biere (2. v. rechts) und Geschäftsführerin Andrea Hegerbekermeier (4. v. links) übergaben Urkunden und Pokale an die bei der Urkundenübergabe anwesenden Teilnehmer der diesjährigen Brot- und Wurstprüfung. (Foto: Kreishandwerkerschaft/Kerkhoff)

Experten und Passanten testen Brot und Bratwurst der Lippischen Innungsbetriebe

Paderborn/Lippe. Pumpernickel, Doppelback und Steinofenbrot treffen auf Königskruste, Cassanova-Stange und Walnussknaller: Bei der traditionellen Brot- und Wurstprüfung der Bäcker- und Fleischer-Innung Paderborn-Lippe wurde deutlich, wie vielfältig das heimische Lebensmittelhandwerk ist. Mitte September stellten die Innungsbetriebe ihre Produkte an drei Tagen auf den Prüfstand.

Brot wird mit allen Sinnen geprüft
Ob klassische Brotsorten, Vollkorn- und Mehrkornvarianten oder kreative Neuinterpretationen: Insgesamt 140 Brote aus zwölf Innungsbäckereien wurden von Brotprüfer Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut bewertet – darunter vier Bäckereien aus dem Kreis Lippe. Dabei nahm der Experte die Backwaren mit allen Sinnen unter die Lupe: „Wir haben verschiedene Kriterien, die wir überprüfen. Man fängt bei der Optik an, dann kommt die Kruste, die Krume, die Textur, der Geruch und abschließend der Geschmack beziehungsweise das Aroma“, erläuterte Isensee bei der öffentlichen Brotprüfung, die in diesem Jahr auf dem Paderborner Rathausplatz stattfand.

Über sein fachliches Urteil können sich die Innungsbetriebe freuen: 111 der 140 eingereichten Brote erhielten die Bewertung „sehr gut“, 54 davon wurden mit Gold ausgezeichnet. Diese besondere Kategorie wird dann vergeben, wenn ein Brot drei Jahre in Folge mit „sehr gut“ bewertet wurde. Für die Betriebe ist die Prüfung vor allem eine Möglichkeit, eine unabhängige Rückmeldung zu ihren Backwaren zu erhalten. „Wir geben unsere Brote gerne dem Brotprüfer, der die Produkte auf Herz und Nieren testet und uns sagen kann, was gut ist und was wir noch besser machen können“, erklärt der Detmolder Mickel Biere, Obermeister der Innung und selbst Bäckermeister.

Bratwurst trifft auf Geschmack der Passanten
Auch die Fleischer nutzten die Veranstaltung, um die Vielfalt ihrer Produkte zu präsentieren. Elf verschiedene Bratwurstsorten konnten von den Besuchern probiert und auf einem Bewertungsbogen beurteilt werden. Zusätzlich nahmen Fleischermeister und Ehrenobermeister Dieter Krügermeier, Fleischermeister Klaus Fischer und Lebensmittelexperte Markus Krüger die Würste fachlich unter die Lupe.

Bewertet wurden unter anderem Aussehen und Bräunung, Geruch, Geschmack, Konsistenz und Textur. Dabei floss nicht nur das Urteil der Experten, sondern auch die Meinung der Besucher in die Bewertung ein. Alle getesteten Bratwurstsorten erhielten die Bewertung „sehr gut“. „Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack und unterschiedliche Vorlieben, wie die perfekte Bratwurst sein muss“, erklärt Dieter Krügermeier. Umso erfreulicher sei die große Übereinstimmung bei den Ergebnissen.

Tradition mit neuen Ideen
Dass handwerkliche Qualität und Innovation kein Widerspruch sind, zeigten zahlreiche der eingereichten Produkte. Neben den klassischen Brotsorten fanden sich beispielsweise süße Lieblinge wie Rosinenbrot und Stuten sowie ausgefallene Kreationen wie die Sylter Cranberrystange. Auch bei den Fleischereien sind neue Geschmacksrichtungen gefragt.
„Hybride Produkte sind momentan im Trend. Also Würstchen mit Gemüse, wie beispielsweise Tomaten und Paprika oder Jalapeños und Habaneros für eine gewisse Schärfe“, berichtet der Detmolder Andreas Grämmel, stellvertretender Obermeister der Innung. Ein Gemüseanteil von bis zu 35 Prozent sei dabei möglich.

Die Kombinationen würden sowohl aus geschmacklichen als auch aus gesundheitlichen Gründen nachgefragt. Auch im Bäckerhandwerk entstehen immer wieder neue Kreationen. „Die Bäcker kreieren ebenfalls immer häufiger Hybridbrote mit Gemüse oder Früchten, wie Tomaten, Paprika, Lauch oder Cranberrys. Wir probieren immer gerne etwas Neues aus“, sagt Mickel Biere.

Die Brot- und Wurstprüfung macht damit nicht nur die Qualität des Lebensmittelhandwerks sichtbar, sondern zeigt auch dessen Bandbreite: traditionelle Rezepturen und regionale Klassiker stehen neben kreativen Ideen und neuen Geschmackskombinationen. Im kommenden Jahr findet die Prüfung wieder im Kreis Lippe statt. Die Ergebnisse der Brotprüfung sind unter www.brotinstitut.de abrufbar. Hier können Interessierte gezielt nach Bäckereien in ihrer Umgebung suchen und die Ergebnisse der geprüften Brote einsehen.

Pressemeldung: Kreishandwerkerschaft

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