
Die Videoprofis von der Sekundarschule: Von rechts: Thomas Mahlmann (zdi-Zentrum Lippe.MINT), fünfter von rechts: Daniel Schneider (Rapschool NRW), achter von rechts: Billi Gross (Rapschool NRW), zehnter von rechts: Johannes Gerdiken (stv. Schulleitung), von links: Irina Zacharias (Rapschool NRW), vierter von links: Marius Pelster (Lehrkraft Sekundarschule HBM), achte von links: Nadine Vatterott (diadaktische Leitung Sekundarschule HBM) mit den Schülerinnen und Schülern vom Videoprojekt.
Projektwoche an der Sekundarschule Horn-Bad Meinberg verbindet Medienpraxis mit MINT
Wie entsteht ein professionelles Video? Welche Technik steckt hinter guten Aufnahmen und wie wird aus einzelnen Szenen am Ende ein fertiger Film? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Horn-Bad Meinberg im Rahmen des Projekts „Werde Videoprofi bei YouTube“. Durchgeführt wurde die Projektwoche vom zdi-Zentrum Lippe.MINT in Kooperation mit den Medienprofis der RapSchool NRW.
Im Mittelpunkt stand eine anspruchsvolle Aufgabe: Die Jugendlichen sollten ein eigenes Imagevideo über und für ihre Schule produzieren. Dabei lernten sie den gesamten Entstehungsprozess eines Videos kennen – von der ersten Idee über die Planung und den Dreh bis hin zur professionellen Nachbearbeitung.
Zu Beginn entwickelten die Teams eigene Drehbücher und Storyboards. Anschließend übernahmen die Jugendlichen selbst die Regie und arbeiteten mit professionellem Kameraequipment. Sie lernten unter anderem den Umgang mit Gimbals und Ansteckmikrofonen sowie Grundlagen der Ausleuchtung und Bildkomposition.
Dass professionelle Filmproduktionen nicht immer auf Anhieb funktionieren, erlebten die Jugendlichen dabei hautnah. „Für die Szene ,Alltag auf dem Flur‘ war die Regieanweisung eigentlich ganz einfach: ,Lauft entspannt durchs Bild und tut so, als wärt ihr auf dem Weg zum Unterricht‘“, berichtet Daniel Schneider von Rapschool NRW. Sobald die Kamera lief, sah die Realität allerdings anders aus: Aus dem entspannten Gang wurde ein eher steifes Staksen, einige Schülerinnen und Schüler blickten direkt in die Kamera, andere mussten plötzlich lachen. „Das war für alle Beteiligten ziemlich lustig – und gleichzeitig eine gute Erfahrung, dass vor der Kamera vieles anders läuft als in der Theorie.“
Auch ein perfekt vorbereiteter Auftritt blieb nicht von den Tücken des Schulalltags verschont. Ein Schüler hatte einen rund dreiminütigen Monolog über die Schülervertretung fehlerfrei und mit viel Ausdruck vorgetragen. Ausgerechnet bei den letzten beiden Worten ertönte der Schulgong in voller Lautstärke. „Der Take war natürlich hinüber, aber die Reaktionen im Team waren unbezahlbar“, so Schneider.
Ein besonderes Highlight war der Einsatz einer Kameradrohne. Unter Berücksichtigung physikalischer Grundlagen zur Flugdynamik und der rechtlichen Rahmenbedingungen entstanden eindrucksvolle Luftaufnahmen des Schulgeländes. Auch technische Themen wie Bildfrequenzen, Blendenwerte und die richtige Audio-Pegelung wurden unmittelbar in der Praxis angewendet.
„Das Projekt zeigt sehr anschaulich, wie MINT-Kompetenzen mit kreativer Medienarbeit verbunden werden können. Die Jugendlichen arbeiten mit moderner Technik, lösen konkrete Probleme und erleben gleichzeitig, dass Informatik, Physik und Technik unmittelbar mit ihrer eigenen Lebenswelt zu tun haben“, betont Thomas Mahlmann vom zdi-Zentrum Lippe.MINT. „Besonders wichtig ist dabei, dass die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und am Ende ein eigenes Ergebnis in den Händen halten.“
In der anschließenden Postproduktion wurde das aufgenommene Material gemeinsam ausgewertet und bearbeitet. Die Jugendlichen schnitten die einzelnen Szenen, integrierten die Drohnenaufnahmen, wählten passende Musik aus, korrigierten Farben und ergänzten Untertitel.
Dabei standen neben dem technischen Know-how vor allem Teamarbeit, Kreativität, Problemlösung und Medienkompetenz im Mittelpunkt. Die Jugendlichen mussten sich innerhalb ihrer Teams abstimmen, Aufgaben verteilen, spontan auf Probleme reagieren und gemeinsam Entscheidungen über die Gestaltung des Films treffen.
Das Ergebnis vermittelt einen authentischen Blick auf die Sekundarschule Horn-Bad Meinberg – aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler selbst. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie praxisnah MINT-Bildung gestaltet werden kann: Informatik, Technik und Physik werden nicht abstrakt vermittelt, sondern unmittelbar ausprobiert und für ein eigenes kreatives Medienprojekt eingesetzt.
Das zdi-Zentrum Lippe.MINT setzt mit Projekten wie „Werde Videoprofi bei YouTube“ auf eine praxisorientierte Vermittlung von MINT-Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei die Möglichkeit, moderne Technologien kennenzulernen, eigene Ideen umzusetzen und gleichzeitig Einblicke in berufliche Tätigkeitsfelder rund um Medien, Technik und Informatik zu gewinnen.
Das entstandene Video ist auf dem YouTube-Kanal des zdi-Zentrums Lippe.MINT zu sehen. Das Projekt „Werde Videoprofi auf YouTube“ wurde mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion NRW, sowie des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Pressemeldung und Foto: c/o Lippe Bildung eG















