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Im Jahr 2024 sind 513 Menschen aus Nordrhein-Westfalen wegen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung vollstationär im Krankenhaus behandelt worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 8,2 % mehr als 2023. Im Jahr 2014 hatte es noch 923 solcher Behandlungsfälle gegeben. Damit ist die Zahl dieser Behandlungen in den letzten zehn Jahren um 44,2 % zurückgegangen. Das Durchschnittsalter der behandelten Personen lag 2024 bei 42 Jahren. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Ursachen für Kohlenmonoxid-Vergiftungen können unter anderem defekte Öfen, Heizungen und Schornsteinanlagen, Wohnungsbrände oder Grillen in Innenräumen sein.
Höchster Anteil an Behandlungsfällen in Bottrop
Die höchste Zahl an Behandlungsfällen aufgrund einer Kohlenmonoxid-Vergiftung je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat es mit 7,6 Fällen 2024 in Bottrop gegeben, gefolgt von Solingen mit 6,6 Fällen und Bochum mit 6,4 Fällen. Landesweit gab es 2,8 Behandlungsfälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Aus Mülheim an der Ruhr wurden keine Personen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung vollstationär behandelt. Gering war die Quote auch im Kreis Unna mit 0,5 Fällen und in Leverkusen mit 0,6 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Zahl der Todesfälle aufgrund einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gegenüber 2014 fast halbiert
Im Jahr 2024 starben 81 Menschen aus Nordrhein-Westfalen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Damit hat sich die Anzahl der aus diesem Grund Gestorbenen gegenüber 2014 mit einem Rückgang von 47,7 % nahezu halbiert. In den letzten Jahren ist Zahl der Todesfälle jedoch wieder gestiegen: im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 %. Mehr als drei Viertel bzw. 76,5 % der Sterbefälle durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung waren Suizide.
Hinweise zur Statistik
Bei der Krankenhausdiagnosestatistik handelt es sich um eine jährliche Vollerhebung von Patienten und Patientinnen, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung eines Krankenhauses entlassen wurden. Sie liefert Erkenntnisse über die Hauptdiagnose, Behandlungsdauer und -ort, sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der behandelten Person. Als Behandlungsfall werden hier die vollstationären Behandlungsfälle ausgewertet, bei denen eine Hauptdiagnose mit dem ICD-10-GM-Kode T58 (Toxische Wirkung von Kohlenmonoxid) kodiert wurden. ICD steht für „International
Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, zu Deutsch und vereinfacht: „Internationale Klassifikation der Krankheiten”. Es werden hier alle vollstationären Behandlungsfälle von Personen mit Wohnsitz in NRW – ungeachtet des Behandlungsortes – ausgewertet.
Die hier dargestellten Ergebnisse aus der Todesursachenstatistik basieren auf den von den Gesundheitsämtern übermittelten Todesbescheinigungen. Die Erhebung liefert Angaben zu den Todesursachen sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der verstorbenen Person. Für die Todesursachenstatistik ist laut Regelwerk der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Grundleiden die auszuzählende Todesursache. Die Zuordnung der Todesursachen in der Todesursachenstatistik basiert ausschließlich auf den Angaben der die Leichenschau durchführenden und den Tod bescheinigenden Ärztinnen und Ärzte in den ausgestellten Todesbescheinigungen. Diese werden in einem elektronischen Kodiersystem erfasst, welches dann das Grundleiden nach dem Regelwerk zur ICD-10-WHO ermittelt. Als Todesfälle werden hier Sterbefälle ausgewertet, bei denen der ICD-10 Code T58 (Toxische Wirkung von Kohlenmonoxid) als zum Tode führendes Grundleiden kodiert wurde.
Bei den vorliegenden Daten zu den Todesursachen handelt es sich um eine nachweisbare Untergrenze. Später bekannt gewordene Informationen zur Todesursache können oftmals nicht mehr in die Statistik einfließen. Im Jahr 2024 wurde für 1,0 % der Sterbefälle keine Todesbescheinigung an das Landesamt übermittelt. Diese Fälle wurden den ungenau oder nicht näher bezeichneten Todesursachen (ICD-Kapitel R00–R99) zugeordnet. Insgesamt entfielen 5,7 % der Todesfälle auf diese Rubrik. Im Vergleich zum Jahr 2023 konnten 2024 mehr Todesbescheinigungen erfasst und aussagekräftigen ICD-Kapiteln zugeordnet werden. Dies kann insbesondere bei äußeren Ursachen zu einem Anstieg geführt haben. (IT.NRW)














