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Zahl der Schwangerschaftsabbrüche auf höchstem Stand seit 2008

von | Mai 14, 2026 | Kunterbunt

Foto: pixabay

Für das Jahr 2025 haben Arztpraxen und Krankenhäuser 23.545 Schwangerschaftsabbrüche von Frauen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist dies die höchste Zahl seit 2008 (damals 24.120 Schwangerschaftsabbrüche). Nach einem Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 stieg die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit 2022 im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr. Am stärksten war der Anstieg von 2021 auf 2022 mit 13,4 %. In den Folgejahren fiel er mit 3,0 % in 2023, 0,9 % in 2024 und 0,4 % in 2025 deutlich schwächer aus.

Neun von zehn Frauen waren 2025 zwischen 18 und 39 Jahre alt – 2,7 % waren minderjährig

Unter den Frauen, die 2025 einen Abbruch vornehmen ließen, waren 640 Minderjährige, das entspricht einem Anteil von 2,7 % an allen Abbrüchen (2008: 4,8 %). 50 Mädchen waren jünger als 15 Jahre. Neun von zehn Frauen bzw. 89,4 % waren zum Zeitpunkt des Abbruchs 18 bis 39 Jahre alt; die übrigen 7,9 % waren 40 Jahre oder älter.

Gut die Hälfte der Frauen bzw. 54,2 % hatte vor dem Abbruch bereits mindestens ein Kind geboren. Von diesen 12.760 Frauen hatten 3.040 bereits drei oder vier Kinder. Weitere 520 Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch fünf oder mehr Kinder.

Bei rund der Hälfte der Fälle erfolgte der Eingriff vor der siebten Schwangerschaftswoche

In 51,2 % der Fälle erfolgte der Schwangerschaftsabbruch vor der siebten Schwangerschaftswoche. 29,8 % aller Schwangerschaften wurden ab der siebten und vor der neunten Woche abgebrochen. 15,7 % der Schwangerschaftsabbrüche wurden ab der neunten und vor der zwölften Woche durchgeführt.

95,6 % der Abbrüche erfolgten im Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebene BeratungIndikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in 4,4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Mit 97,3 % wurden die meisten Schwangerschaftsabbrüche ambulant in Arztpraxen und Krankenhäusern durchgeführt; 2,7 % der Eingriffe erfolgten stationär in Krankenhäusern. Erstmals wurden 2025 die meisten Schwangerschaftsabbrüche bzw. 42,9 % mit dem Medikament Mifegyne® durchgeführt, gefolgt von der Vakuumaspiration mit 38,2 %, die bis 2024 am häufigsten angewandt wurde.

Hinweise zur Statistik

Die Statistik der Schwangerschaftsabbrüche erhebt quartalsweise die in Deutschland durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche mit Auskunftspflicht. Meldepflichtig sind Inhaberinnen und Inhaber der Arztpraxen und Leitungen der Krankenhäuser, in denen innerhalb von zwei Jahren vor dem Quartalsende Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt wurden. Es werden Daten zu Alter und Familienstand der Frau, Anzahl der Lebendgeborenen und Anzahl der im Haushalt lebenden minderjährigen Kinder, rechtliche Voraussetzungen des Schwangerschaftsabbruchs (nach Indikationsstellung oder Beratungsregelung), Dauer der Schwangerschaft in vollendeten Wochen und Art des Eingriffs sowie beobachtete Komplikationen, Ort des Eingriffs (Krankenhaus oder Praxis), Dauer des Krankenhausaufenthaltes bei stationärer Behandlung, Land, in dem der Eingriff erfolgte und Land des Wohnsitzes der Schwangeren erfasst. (IT.NRW)

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